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Früherer Büroleiter von Horst Köhler wird in Rumänien Bürgermeister

  • Dominic Samuel Fritz, Ex-Büroleiter von Horst Köhler, liegt ersten Ergebnissen zufolge in der Stadt Temeswar in 199 von 200 Wahllokalen auf Platz eins.
  • Mit ihm würde zum ersten Mal ein Ausländer Bürgermeister in einer größeren rumänischen Stadt.
  • In einem kleineren Dorf haben die Bewohner derweil ihren Bürgermeister wiedergewählt - dieser war aber vor wenigen Tagen am Corona-Virus verstorben.
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Bukarest. In Rumänien wird zum ersten Mal ein Ausländer Bürgermeister einer größeren Stadt: Bei landesweiten Kommunalwahlen gewann in der 300.000-Einwohner-Stadt Temeswar im Westen des Landes der Deutsche Dominic Samuel Fritz nach Einschätzung aller beteiligten Parteien mit großem Abstand.

Der Politikwissenschaftler war früher Büroleiter von Altbundespräsident Horst Köhler. Der bisherige Bürgermeister, Nicolae Robu von der bürgerlichen Regierungspartei PNL, gestand seine Niederlage ein.

Fritz sprach von einem “positiven Signal für Europa”. Nun werde sich der Blick auf Rumänien insgesamt verändern, sagte der 36-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Fritz hatte für die öko-liberale Partei USR kandidiert. Die Partei konnte bei den landesweiten Kommunalwahlen in dem EU-Land ihre Position als drittstärkste Kraft verteidigen.

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Landesweit gewann die regierende Bürgerliche Partei (PNL) von Ministerpräsident Ludovic Orban in den Rathäusern und Regionen hinzu. Insgesamt blieb jedoch die Sozialdemokraten (PSD) leicht im Vorteil.

In Bukarest zeichnet sich Sieg von Nicusor Dan ab

Amtliche Hochrechnungen für Temeswar lagen am Montag zunächst noch nicht vor. Das zentrale Wahlbüro in Bukarest veröffentlichte aber die Ergebnisse aller einzelnen Wahllokale. Fritz lag in 199 von 200 Wahllokalen auf Platz eins - teils mit doppeltem oder gar dreifachem Vorsprung. Nach Schätzungen der Parteien kam der Deutsche auf etwa 53 Prozent, Robu auf etwa 34 Prozent.

In der Hauptstadt Bukarest zeichnete sich ein Sieg von Nicusor Dan ab, gemeinsamer Kandidat von PNL und USR. Damit wäre die aktuelle sozialdemokratische Bürgermeisterin Gabriela Firea abgewählt. Die Kommunalwahlen gelten als Weichenstellung für die noch in diesem Jahr fällige Parlamentswahl. Orban regiert derzeit ohne sichere Mehrheit im Parlament, toleriert von der PSD.

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Dorfbewohner wählen verstorbenen Bürgermeister

Ein Bürgermeister in einem kleinen Dorf im Süden von Rumänien ist trotz seines Todes durch das Coronavirus wiedergewählt worden. Ion Aliman verzeichnete bei der Kommunalwahl am Sonntag in Deveselu einen Erdrutschsieg, dabei war der Politiker zehn Tage zuvor an Komplikationen wegen des Virus gestorben. Nach dem Bekanntwerden des vorläufigen Ergebnisses, dem zufolge Aliman 1057 von 1600 abgegebenen Stimmen bekam, gingen viele Dorfbewohner zu seinem Grab und zündeten Kerzen an.

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In sozialen Medien war ein Video zu sehen, in dem sich Menschen mit Taschenlampen und Kerzen um das Grab versammelten. Einige sagten, sie wüssten, dass Aliman “von irgendwo da oben” zuschaue. Nach seinem Tod war es zu spät gewesen, den Namen des Sozialdemokraten vom Stimmzettel zu nehmen. Am Wahltag wäre Aliman 57 Jahre alt geworden.

Sein Stellvertreter Nicolae Dobre sagte dem örtlichen Fernsehsender Digi24, “keiner der anderen Kandidaten bekam das gleiche Vertrauen von den Wählern”. Deveselu hat etwas mehr als 3000 Einwohner.

RND/dpa/AP

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