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Frontex schickt Verstärkung an griechische Grenze

Ein Boot mit 15 afghanischen Flüchtlingen, fünf Kindern, drei Frauen und sieben Männern, kommt vor zwei Tagen auf der griechischen Insel Lesbos an.

Ein Boot mit 15 afghanischen Flüchtlingen, fünf Kindern, drei Frauen und sieben Männern, kommt vor zwei Tagen auf der griechischen Insel Lesbos an.

Brüssel/Warschau. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat wegen eines erhöhten Zustroms von Migranten die Alarmstufe für alle EU-Grenzen zur Türkei auf “hoch” gesetzt. Man habe außerdem von Griechenland die Bitte um Verstärkung erhalten, teilte Frontex am Sonntag mit. Es seien bereits Schritte unternommen worden, um zusätzliche Beamte sowie technische Ausrüstung zu entsenden.

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Frontex hat nach eigenen Angaben knapp 400 Mitarbeiter auf den griechischen Inseln und 60 weitere in Bulgarien stationiert. Ein kleines Kontingent halte sich auf griechischer Seite an der Grenze zur Türkei auf. Es werde außerdem die Lage auf Zypern beobachtet.

Griechenland warf derweil der Türkei vor, den Zustrom von Migranten an der gemeinsamen Grenze organisiert zu haben. Das erklärte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos am Sonntag im griechischen Fernsehen. Zuvor hatte er die griechischen Grenztruppen inspiziert, die am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros stationiert sind. “Wir werden weiterhin die Einheiten stärken”, sagte er.

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“Die Desinformationskampagne der türkischen Behörden wird fortgesetzt”, twitterte zudem am Sonntag das griechische Außenministerium. “Die Realität: 10.000 Menschen wurden daran gehindert, griechisches Territorium zu betreten.” 73 Migranten seien nach der illegalen Einreise in Griechenland festgenommen worden und würden strafrechtlich verfolgt, hieß es weiter.

Derweil sendet Griechenland Medienberichten zufolge eine SMS-Nachricht an Migranten, die sich auf der türkischen Seite der Grenze am Fluss Evros versammelt haben. “Versuchen Sie nicht, illegal die griechische Grenze zu passieren”, heißt es darin.

Mehr Boote auf der Fahrt von der türkischen Ägäisküste nach Lesbos

Unterdessen nimmt auch in der Ägäis der Zustrom von Migranten zu. Allein auf der Insel Lesbos seien am Sonntagvormittag 400 Migranten angekommen, berichtete die griechische halbamtliche Nachrichtenagentur ANA MPA unter Berufung auf die Küstenwache. Demnach erreichten 58 weitere Menschen die Insel Chios sowie 30 die Insel Samos.

Reporter vor Ort berichteten, mehr Boote mit Migranten seien auf der Fahrt von der türkischen Ägäisküste nach Lesbos. Die türkische Küstenwache beobachte diese Boote, ohne sie daran zu hindern, nach Lesbos überzusetzen, berichtete der Athener TV-Sender Mega.

Im Nordosten Griechenlands am Grenzfluss Evros haben griechische Polizisten und das Militär nach Athener Regierungsangaben rund 10.000 Migranten daran gehindert, die Grenze zu überqueren und damit in die EU zu kommen.

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Die griechische Grenzpolizei und Sondereinheiten der Bereitschaftspolizei hatten am Freitag und Samstag Tränengas und Blendgranaten eingesetzt, um große Gruppen von Migranten daran zu hindern, über den bereits geschlossenen Grenzübergang bei Kastanies/Pazarkule aus der Türkei nach Griechenland zu kommen. Die Regierung in Athen hat wiederholt erklärt, Griechenland werde keine illegalen Grenzübertritte dulden.

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Mindestens 500 Menschen gelangten am Morgen mit Booten auf drei Mittelmeer-Inseln, wie ein Polizeivertreter sagte.

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