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  • Friedrich Merz: Schärfster AKK Konkurrent als CDU Kanzlerkandidat?

Friedrich Merz – der Polarisierer

  • Er galt schon früher als schärfster Konkurrent von Annegret Kramp-Karrenbauer und unterlag ihr nur knapp im Rennen um den CDU-Vorsitz.
  • Nun wird auch der Name Friedrich Merz wieder genannt in Bezug auf die Personalentscheidungen in der Partei.
  • Merz gilt als Projektionsfigur für alle, die Angela Merkel schon immer weg haben wollten.
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Berlin. Vor 20 Jahren ist Friedrich Merz einer der Hoffnungsträger der CDU gewesen. Für einen Teil der Partei ist er es immer noch – oder vielmehr wieder. Der 64-Jährige – ein Jahr jünger als Merkel – gilt als Projektionsfigur für alle, die Angela Merkel schon immer weg haben wollten. Sie sehen in ihm den starken Mann, den Auf-den-Tisch-Hauer und Wirtschaftsguru. Schließlich hat er mal eine Bierdeckel-Steuerreform ersonnen (die er inzwischen allerdings selbst für obsolet erklärt hat). Etwas Sehnsucht nach der alten Zeit, in der die CDU noch satte Mehrheiten sicher hatte, wird wohl mitschwingen. Und so ist er auch in Bezug auf die Kramp-Karrenbauer-Nachfolge wieder im Gespräch.

Sicher ist: Merz polarisiert. Und zwar sowohl nach außen wie auch nach innen. Seine parteiinternen Gegner in der CDU sind mindestens so leidenschaftlich wie seine Fans. Und das Verhältnis mit Angela Merkel, die ihn 2002 vom Unions-Fraktionsvorsitz verdrängte, gilt als zerrüttet. Für Merz dürfte es eine besondere Herausforderung sein, die CDU zu einen. Und für Merkel, mit einem Parteichef Merz weiter zu regieren.

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Der hat eine lange Politikpause hinter sich. Nach Merkels Aufstieg wechselte er in die Finanzbranche. Am Tag, an dem Merkel ihren Rückzug zum Parteivorsitz bekanntgab, war er wieder auf der Bildfläche, unterstützt von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und dem hessischen Ex-Ministerpräsidenten Roland Koch. Auch der Wirtschaftsflügel der Union wandte sich ihm zu, die Junge Union feierte ihn mehr als den jüngeren Jens Spahn.

Den Wettbewerb um den CDU-Vorsitz verlor der Jurist 2018 dennoch und auch ein Aufstandsversuch Ende 2019 verpuffte. Aber Merz, der Teamarbeit beschwor, einen Platz in der Parteiführung aber ablehnte, blieb dadurch im Gespräch und schwächte Kramp-Karrenbauer.

Gespür für Effekte, Lust an der Provokation und ein Händchen für prägnante Formulierungen hat Merz auf jeden Fall. Auch damit gilt er als Gegenmodell zu Angela Merkel und Kramp-Karrenbauer, die beide vor allem auf Bedächtigkeit setzten.

Sein Aufsichtsratsmandat bei dem umstrittenen US-Vermögensverwalter Blackrock hat Merz vergangene Woche niedergelegt, am Tag der Thüringer Ministerpräsidentenwahl. Der Grund: Er wolle „mehr Zeit für die CDU“ haben.

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