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  • Fridays for Future will in den Bundestag - Aktivist Blasel möchte Lücke zwischen Straße und Parlament schließen

“Fridays for Future”-Aktivist Jakob Blasel will in Bundestag – er wird nicht der einzige bleiben

  • Mehrere Parteien bieten Klimaaktivisten Plätze auf ihren Listen an, um neue Wählerschichten zu erreichen.
  • Der erste hat jetzt bei den Grünen zugegriffen.
  • Er werde auch im Bundestag Aktivist bleiben, sagt Jakob Blasel dem RND.
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Kiel/Berlin. Einer der prominentesten Vertreter von “Fridays for Future” in Deutschland will in den Bundestag. Der 19-jährige Jakob Blasel aus Kiel will auf einem aussichtsreichen Platz auf der schleswig-holsteinischen Landesliste kandidieren. Blasel ist seit drei Jahren Mitglied der Grünen. “Es fehlt in den Parlamenten eklatant an jungen Leuten”, sagt Blasel dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), “und an solchen, die radikal für eine andere Klimapolitik eintreten.”

Er begründete seinen Wechsel in die Politik mit den unzureichenden Maßnahmen für Klimaschutz. “Wenn wir weiterhin so viel CO2 ausstoßen wie bisher, werden wir das Pariser Klimaabkommen bis 2030 massiv verfehlen. Das heißt: Wir haben nur noch die nächste Wahlperiode, um die nötigen Gesetze auf den Weg zu bringen”, sagte der 19-jährige Blasel. Trotz aller Warnungen und Proteste handele die Regierung nicht. “Wir brauchen einen direkten Draht ins Parlament.”

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Nicht nur Blasel wird in den Bundestag wollen

Blasel ist der erste prominente Aktivist der Klimabewegung, der nun ins Parlament strebt. Er wird nicht der einzige bleiben. Mehrere Klimaaktivisten bereiten Kandidaturen vor, bestätigt Blasel. “Einige von uns werden in den kommenden Monaten ihre Kandidaturen für Bundestag und Landtage bekannt geben, nicht nur bei den Grünen, sondern auch bei SPD und Linken.”

Mehrere Aktivisten sind aus den Parteien angesprochen worden, die damit ihre Verbindung zur Klimabewegung stärken und neue Wählerschichten gewinnen wollen. Deutschlands prominenteste “Fridays for Future”-Vertreterin Luisa Neubauer ist zwar Grünen-Mitglied, hat aber einen Wechsel ins Parlament auf absehbare Zeit mehrfach ausgeschlossen.

Blasel will Rolle bei “Fridays for Future” aufgeben

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Für “Fridays for Future” sind die Kandidaturen nicht unproblematisch, schließlich versteht sich die Bewegung als überparteilich und hat es auch vermieden, Wahlempfehlungen für einzelne Kandidaten oder Parteien abzugeben. Blasel wird seine Rolle bei “Fridays for Future” aufgeben, kündigt er gegenüber dem RND an. “Aber ich bleibe natürlich Klimaaktivist, auch im Parlament.”

Es habe viele Aktivisten “frustriert”, sagt Blasel, “dass auf die riesige Mobilisierung kein wirkliches Umdenken in der Klimapolitik folgte. Das zeigt aber auch, dass es an Verankerung von Klimaaktivisten im Parlament fehlt.”

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Blasel will dem Vernehmen nach auf dem aussichtsreichen sechsten Platz der Landesliste Schleswig-Holstein kandidieren, als dritter Mann hinter Parteichef Robert Habeck und dem Bundestags-Fraktionsvize Konstantin von Notz. Der begrüßte die Kandidatur des 19-Jährigen.

Auch Ex-Verdi-Chef Bsirske strebt in den Bundestag

Dem RND sagte Notz: “Es zeichnet sich schon heute ab, dass es auf unserer grünen Landesliste eine ganze Reihe starker Kandidaturen geben wird. Dass sich auch gerade junge Menschen für eine Kandidatur bei den Grünen entscheiden, ist Ausdruck unserer guten Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft. Deutlich wird der Anspruch unseres Landeverbandes und unserer Partei, Politik für die ganze Gesellschaft zu machen.”

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Die Grünen fischen dabei nicht nur bei den Jungen wie Blasel, sondern auch in anderen Altersklassen und Interessengruppen: Mindestens ebenso wichtig wie der Coup mit kommenden “Fridays for Future”-Kandidaturen gilt in der Partei das Anwerben eines prominenten Pensionärs: Der langjährige Verdi-Chef Frank Bsirske, 68, kündigte vergangene Woche an, ebenfalls in den Bundestag zu streben. Er ist langjähriges Grünen-Mitglied. Mit einem möglichen Fraktionskollegen Jakob Blasel wird er vermutlich kein Problem haben: Als Verdi-Chef rief Bsirske bereits zur Teilnahme an Klimaprotesten auf.

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