Fridays for Future teilt Israel-Boykottaufruf – Deutsche Aktivisten distanzieren sich

Auf Twitter äußerte sich die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zum Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern.

Auf Twitter äußerte sich die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zum Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern.

Berlin. Eigentlich geht es der weltweiten Fridays-for-Future-Bewegung um den Klimaschutz. Auf dem offiziellen Instagram-Account der Bewegung wurde nun jedoch ein Post zum Nahostkonflilkt verbreitet, in dem auch zum Boykott Israels aufgerufen wird.

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Mehr als 200 Raketen wurden laut Angaben des israelischen Militärs seit Montagabend aus dem Gazastreifen auf Israel gefeuert. Vorangegangen war dem Dauerbeschuss eine zunehmende Eskalation von Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und arabischen Israelis auf der einen und israelischen Sicherheitskräften auf der anderen Seite in Jerusalem.

In die internationale Debatte um den eskalierenden Konflikt mischten sich am Montag auch Teile der Klimaschutzbewegung Fridays for Future ein und bezogen Stellung für die palästinensische Seite und gegen Israel. Der globale Instagram-Kanal der Bewegung teilte in seiner Instagram-Story mehrere Posts, in denen Israel für die Eskalation verantwortlich gemacht wird. In einem geteilten Post der Seite „Paliroots“ wird Israel „ethnische Säuberung“ vorgeworfen und zum Boykott Israels aufgerufen. Am Dienstagmittag waren die betreffenden Beiträge wieder aus der Instagram-Story des Kanals gelöscht.

Die beworbene israelfeindliche BDS-Kampagne (kurz für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) wird von zahlreichen jüdischen Organisationen und anderen Kritikern als antisemitisch eingestuft. Der Deutsche Bundestag verurteilte die BDS-Kampagne im Jahr 2019 mit großer Mehrheit.

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Auch die Initiatorin der Fridays-for-Future-Bewegung, die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg, äußerte sich am Montagabend zum Konflikt, der sich zumindest teilweise um angedrohte Zwangsräumungen im Ostjerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah dreht.

Thunberg teilte auf ihrem Twitter-Account einen Tweet der Globalisierungskritikerin und BDS-Unterstützerin Naomi Klein.

Deutsche Fridays-for-Future-Aktivisten distanzieren sich

Auf Twitter wurde ihr daraufhin von einigen Nutzern vorgeworfen, sich lediglich zu Gewalt israelischer Sicherheitskräfte gegen Palästinenser und arabische Israelis und zu den israelischen Gegenschlägen im Gazastreifen zu äußern, nicht aber zu dem massiven Beschuss Israels durch die islamistische Hamas.

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Mehrere deutsche Aktivisten der Klimaschutzbewegung distanzierten sich am Dienstag auf Twitter von dem durch den internationalen Instagram-Kanal verbreiteten Boykottaufruf.

Man sehe die BDS-Kampagne als antisemitisch an, Fridays for Future in Deutschland habe jedoch leider „nicht wirklich Einfluss darauf, was die internationale Gruppe macht“, schrieb eine Aktivistin. Man habe die Kritik weitergegeben, schrieb ein anderer Aktivist.

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Der offizielle Twitter-Account von Fridays for Future Deutschland veröffentlichte unterdessen ein Statement, dass den Boykottaufruf zwar nicht explizit erwähnt, sich aber von jedem Antisemitismus distanziert und erklärt, Antisemitismus sei „nicht nur ein Problem der extremen Rechten, sondern in verschiedensten Teilen der Gesellschaft präsent.“

Die deutsche Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hatte erst am Sonntag in der Talkshow „Anne Will“ dem früheren Verfassungsschutzpräsidenten und heutigen CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen vorgeworfen, antisemitische Inhalte zu verbreiten.

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RND

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