Fridays for Future protestiert in 15 Städten gegen Siemens

  • Die Siemens-Führung um Vorstandschef Joe Kaeser hat entschieden: Wegen vertraglicher Verpflichtungen werde der Konzern an der Beteiligung am umstrittenen Kohlebergwerkprojekt in Australien festhalten.
  • Die Klimaaktivisten von Fridays for Future kritisieren die Entscheidung mit deutlichen Worten.
  • Und demonstrieren am Montag spontan in 15 Städten in Deutschland.
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München. Nach der Entscheidung von Siemens, an der Lieferung einer Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien festzuhalten, plant Fridays for Future für diesen Montag Proteste in zahlreichen deutschen Städten. Gegen Mittag fanden sich auf der deutschen Homepage der Klimabewegung fünfzehn Veranstaltungen.

Am Morgen waren es bereits zwölf. Die Liste könnte sich noch um einzelne Veranstaltungen verlängern, hatte eine Sprecherin von Fridays for Future Deutschland gesagt. Sie rechnete allerdings nicht damit, dass die einzelnen Proteste sehr groß ausfallen würden. Dafür seien sie zu spontan geplant worden.

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Empörung nach Festhalten von Siemens an Kohlebergwerksauftrag
1:47 min
Trotz heftiger Proteste hält Siemens an seinem umstrittenen Projekt in Australien fest.  © dpa
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Siemens-Chef Joe Kaeser hatte am späten Sonntagabend via Twitter mitgeteilt, dass der Konzern an der Lieferung der Zugsignalanlage festhalten werde. Er begründete dies unter anderem damit, dass Siemens zu seinen vertraglichen Pflichten stehen müsse. Noch am Freitag hatte sich der Manager mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen. Diese kritisierte die Entscheidung am Sonntagabend als "unentschuldbaren Fehler".

Ihr Mitstreiter Nick Heubeck kündigte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk an: "Der Protest wird auf jeden Fall weitergehen." Auch bei der Hauptversammlung von Siemens am 5. Februar in München werde es Demonstrationen geben. "Siemens muss sich bewusst sein, und das soll auch ein Zeichen an die anderen Unternehmen in Deutschland sein, dass man eben nicht öffentlich zu Klimaschutz stehen kann und dann trotzdem Entscheidungen treffen kann, die nicht in dieses Jahrhundert passen", sagte er.

Ähnlich hatte sich Neubeck gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) geäußert. “Die heutige Entscheidung macht die Bestrebungen von Kaeser, den Siemens-Konzern zukunftsgerichtet wirken zu lassen, vollständig zunichte. Mit dem “Ja” zum katastrophalsten Kohleminen-Projekt der Welt tritt Kaeser die nachhaltigen Bestrebungen seines Unternehmens für ein Volumen von nur 20 Millionen Euro in die Tonne".

RND/dpa