Trumpismus für immer? Wie sich Trump nach seinem Freispruch feiert

  • Immer wieder hatte US-Präsident Trump in den vergangenen Monaten gegen das Impeachment-Verfahren gegen ihn gewettert.
  • Am Mittwoch ist er vom Senat in allen Anklagepunkten freigesprochen worden.
  • Entsprechend drastisch zelebriert sich Trump nun selbst.
Anzeige
Anzeige

Berlin/Washington. Trump ist also freigesprochen. Am späten Mittwochabend entschied der US-Senat mit der Mehrheit der Republikaner, den Präsidenten wegen der Vorwürfe des Amtsmissbrauchs und der Behinderung der Kongressermittlungen nicht zu belangen. Für Trump ein willkommener Anlass, sich selbst zu zelebrieren. Auf Twitter postete er ein Video mit dem Titel „Wie der Trumpismus Trump überdauert“. Darin schwirren Wahlplakate mit Trumps Namen und Jahreszahlen durchs Bild, die jeweils die Wahljahre markieren. Dazu ist ein ernst dreinblickender Trump zu sehen. So geht es bis ins Jahr 10.000, und schließlich endet das Video mit „Trump 4eva“. Trumpismus für immer also?

Davon sind nicht alle Republikaner angetan. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney macht jedenfalls keinen Hehl daraus, kein Fan des US-Präsidenten zu sein. Und so stimmte er am Mittwoch im Senat als einziger Republikaner für eine Amtsenthebung Trumps. Im Vorfeld bezeichnete er die Entscheidung als „schwerste seines Lebens“ und sagte, er rechne mit Beschimpfungen von Trump und dessen Anhängern als Reaktion darauf. Trump habe sich eines „entsetzlichen Missbrauchs des öffentlichen Vertrauens“ schuldig gemacht, so Romney.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Bereits in der Vergangenheit hat Trump gezeigt, wie er bei vermeintlicher Illoyalität anderer reagiert. Angesichts Romneys Verhalten schien da eine Twitter-Tirade Trumps geradezu programmiert. Und die kam.

Video
Donald Trump bleibt im Amt
1:40 min
Trump bejubelt „Sieg“ im Impeachment-Verfahren  © AFP

Noch Mittwochnacht griff der US-Präsident den republikanischen Senator scharf an. Trump postete ein weiteres Video auf Twitter, in dem es unter anderem heißt, Romney sei ein „Geheimagent“ der Demokraten. Indem er sich als Republikaner dargestellt habe, habe er versucht, die Trump-Regierung als Außenminister zu infiltrieren. „Mitt Romney hat uns zum Narren gehalten“, heißt es außerdem.

Und später legte er noch einmal nach. „Hätte der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Mitt Romney dieselbe Energie und Wut darauf verwendet, den schwankenden Barack Obama zu besiegen, wie er es bei mir tut, hätte er die Wahl gewinnen können“, schrieb er auf Twitter.

Anzeige

Für Trump und alle anderen ist zumindest eines klar: Er kann nur noch eine Wahl gewinnen. Nach spätestens zwei Amtsperioden ist für jeden US-Präsidenten Schluss. So will es die Verfassung. Ginge es allerdings nach Mitt Romney, den Demokraten und vielen anderen, dann wäre wohl schon im November dieses Jahres der Mieter im Weißen Haus ein anderer.

RND/cz/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen