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Kinderschutzbund lehnt „Freedom Day“-Debatte entschieden ab

  • Nachdem Kassenärzte-Chef Andreas Gassen einen „Freedom Day“ in der Corona-Pandemie gefordert hatte, wurde Kritik laut.
  • Auch der Kinderschutzbund lehnt das Fallenlassen aller Schutzmaßnahmen ab.
  • Es sei zynisch, die Kinder einem Risiko aussetzen zu wollen, sagte Bundesgeschäftsführer Grein dem RND.
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Berlin. Der Kinderschutzbund lehnt die Diskussion um die Aufhebung aller Corona-Schutzmaßnahmen entschieden ab. „Die Debatte um das Fallenlassen aller Maßnahmen ignoriert völlig die Belange der Bevölkerungsgruppen, die sich nicht impfen lassen können, und das sind insbesondere alle Kinder unter zwölf Jahren“, sagte Bundesgeschäftsführer Daniel Grein dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Anliegen von Kindern fanden in der Pandemie ohnehin zu wenig Gehör.“ Die aktuelle Debatte reihe sich in diese Erfahrung ein.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte vor wenigen Tagen einen „Freedom Day“ am 30. Oktober nach Vorbild Großbritanniens gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat“, hatte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt.

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Gassen betonte, das Datum gebe jedem, der wolle, genug Zeit, sich noch impfen zu lassen. Ohne die Ankündigung eines „Freiheitstages“ würde sich Deutschland endlos weiter durch die Pandemie schleppen, so der Kassenärzte-Chef.

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Nach den Sommerferien ist in allen Bundesländern wieder Schule. Wird es das dritte Corona-Schuljahr in Folge?  © dpa

Grein: Vorgehen ist zu risikoreich

Kinderschutzbund-Geschäftsführer Grein schätzt solch ein Vorgehen als zu risikoreich ein, solange es keine Impfung für Kinder unter zwölf Jahren gibt. „Die Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung – gerade auch bei Kindern – sind noch nicht bekannt. Deshalb ist es zynisch, die Kinder jetzt diesem Risiko unkontrolliert aussetzen zu wollen“, sagte er dem RND.

Sie hätten in den letzten eineinhalb Jahren so sehr zurückstecken müssen, um andere Teile der Gesellschaft zu schützen, gab Grein zu bedenken. „Kinder haben ein Recht auf Bildung, auf Freizeit und auf Gesundheit.“ Es werde Zeit, dass ihre Bedürfnisse und ihre Rechte stärker in den Fokus gerückt und nicht auf ihrem Rücken die vermeintlich wiedergewonnene Freiheit Erwachsener gefeiert würde, so Grein.

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