Frauen-Union lehnt Merz' Alternativvorschlag zu Frauenquote ab

  • CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz bekommt Gegenwind aus der Frauen-Union.
  • Sein Vorschlag, die Delegiertenzahl für Parteitage an den Frauenanteil einer Untergliederung zu koppeln, wäre ein Rückschritt, sagt die FU-Vorsitzende Annette Widmann-Mauz.
  • Sie drängt auf eine Verschärfung der Frauenquote für Führungsgremien, die der Parteivorstand bereits beschlossen hat – Merz hat sich dazu skeptisch gezeigt.
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Berlin. Die Frauenunion hat einen Alternativvorschlag von CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz zur Verschärfung der Frauenquote für CDU-Gremien zurückgewiesen. Merz schlägt vor, die Delegiertenanzahl zu Parteitagen am Frauenanteil der entsendenden Untergliederungen zu orientieren. „Der Vorschlag würde uns in der CDU wieder zurückwerfen“, sagte die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Schon heute gelte für Delegiertenwahlen für Landes- und Bundesparteitage ein Drittelquorum.

Entscheidend sei, dass Frauen in der Union nicht nur sichtbarer, sondern auch wirksamer würden, sagte Widmann-Mauz: „Eine größere Repräsentanz als der Anteil an Frauen in der Mitgliederschaft steigert nicht nur ihre Sichtbarkeit, sondern vor allem ihre Wirksamkeit – darum geht es.“

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Was der CDU-Vorstand will

Sie warb erneut für den vom CDU-Vorstand im September nach langen Debatten verabschiedeten Kompromissvorschlag. Dieser umfasse „ein Bündel an Maßnahmen“.

Auch die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unions-Bundestagsfraktion, Yvonne Magwas (CDU), sagte dem RND: „Es gibt einen mit großer Mehrheit getragenen Beschluss der Satzungs- und Strukturkommission sowie des Bundesvorstands. Das sollte die Grundlage für Gespräche sein.“

Der Beschluss sieht vor, die Frauenquote für CDU-Vorstände bis hinunter auf die Kreisebene bis 2025 auf 50 Prozent zu steigern. Auch fünf der ersten zehn Listenplätze bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen sollen künftig von Frauen besetzt werden. Der Vorstandsbeschluss muss noch von einem Parteitag bestätigt werden.

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Merz hat seine Skepsis gegenüber dem Beschluss deutlich gemacht. Er sei nur die zweitbeste Lösung und binde die Partei nicht. In seinem neuen Buch „Neue Zeit. Neue Verantwortung“ schreibt er: „Ein guter Anreiz, um flächendeckend vor Ort mehr um die Mitwirkung von Frauen zu kämpfen, könnte sein, die Zahl der Delegierten für Landes- und Bundesparteitage schrittweise nicht nur an die Mitgliederzahlen, sondern auch an den Anteil weiblicher Mitglieder zu koppeln. Damit würde der Einfluss innerhalb der Partei auch davon abhängen, wie erfolgreich die Einbindung von Frauen ist.“

In einem RND-Interview im September hatte Merz als Möglichkeit, mehr Frauen für die CDU zu gewinnen, ein beitragsfreies erstes Jahr der Parteimitgliedschaft vorgeschlagen.

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Merz’ Konkurrenten um den Parteivorsitz, Armin Laschet und Norbert Röttgen, haben sich hinter den Quotenvorschlag des Vorstands gestellt.

Derzeit sind nur rund 26,5 Prozent der CDU-Mitglieder Frauen.

In der Frauen-Union hieß es, Merz' Vorschlag berge die Gefahr, dass Parteitage immer weiter aufgebläht würden. In der Regel wirke die Anzahl der Delegierten bisher auch nicht positiv auf die Mitgliedergewinnung aus.

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