Frauenquote in der CDU: Eine große Chance für die Partei

  • Die CDU-Spitze hat sich nach langem Ringen auf eine parteiinterne Frauenquote geeinigt.
  • Das kommt in der Partei einer Revolution gleich.
  • Für die CDU ist das eine Chance, neue Mitglieder und neue Wähler zu gewinnen, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine CDU-Chefin mit einer der wohl kürzesten Amtszeiten in der Geschichte ihrer Partei. Nun drückt sie ihr doch noch einen deutlichen Stempel auf. Die Einführung einer verpflichtenden Frauenquote bei der Besetzung von CDU-Gremien und bei der Aufstellung von Wahllisten kommt in der CDU einer Revolution gleich.

Mit Händen und Füßen hatte sich die Partei bislang dagegen gewehrt – auch als der Frauenanteil der CDU im Bundestag, der nie besonders hoch war, mit der letzten Wahl auf 20 Prozent zusammenschnurrte.

Für die CDU ist es eine Chance, neue Mitglieder zu gewinnen, weil Frauen mehr Chancen auf interessante Posten bekommen. Und es ist eine Chance, neue Wähler zu gewinnen, wenn über Gleichberechtigung nicht nur geredet wird.

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Giffey setzt auf Einigung mit Union bei Frauenquote für Unternehmen
1:38 min
Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) freut sich darüber, dass sich jüngst auch Kanzlerin Angela Merkel zu der Frauenquote unterstützend geäußert hatte.  © Reuters

Frauenquote muss von CDU-Parteitag bestätigt werden

Natürlich wäre es angemessener, wenn Frauen Posten und Karriere auch ohne Quote bekommen – wenn also wirklich allein die Qualifikation zählen würde. Die Wirklichkeit aber sieht – nicht nur in der CDU – noch zu oft anders aus: Da zählt eben nicht die Qualifikation, sondern die Jungs machen die Jobs unter sich aus.

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In der CDU hat man es zunächst mit einer freiwilligen Lösung versucht, bis sogar die sonst bedächtige Frauen-Union die Geduld verlor und sich über Tricksereien und Blockaden beschwerte.

Die nun von der Satzungskommission beschlossene Frauenquote muss noch vom CDU-Parteitag bestätigt werden. Es wird sozusagen eine der ersten Amtshandlungen eines neuen Parteivorsitzenden sein, der aller Voraussicht nach ein Mann sein wird. Er wird es sich nicht leisten können, gleich zum Einstand und ein Jahr vor der Bundestagswahl die Frauenquote wieder vom Tisch zu wischen. Es wäre ein denkbar schlechter Start.

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