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  • Frauenministerin Lambrecht: Stopp für Gendersternchen und Sonderzeichen - „rechtschreibwidrig“

Gendersternchen ist „rechtschreibwidrig“: Frauenministerin Lambrecht gibt andere Empfehlung aus

  • Ministerien und Bundesbehörden sollen auf das Gendersternchen verzichten, so die Empfehlung von Frauenministerin Lambrecht.
  • Sie bezeichnet im Empfehlungsschreiben das Sternchen als „rechtschreibwidrig“.
  • Trotzdem sollen Behörden und Ministerien „die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen sprachlich zum Ausdruck zu bringen“.
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Osnabrück. Gendersternchen, Binnen-I oder Binnenunterstrich: In der offiziellen Kommunikation aller Dienststellen des Bundes sollen geschlechtssensible Wortkonstruktionen mit Sonderzeichen auch weiterhin nicht verwendet werden. „Solche Schreibweisen gelten derzeit als rechtschreibwidrig“, heißt es in einem Schreiben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das der Deutschen Presse-Agentur seit Mittwoch vorliegt. Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Neben dem Gendersternchen sollen demnach auch der Binnendoppelpunkt, der Binnenunterstrich, das große Binnen-I oder das Trema aus der offiziellen Kommunikation verschwinden. Verwiesen werde auf die Auffassung des Deutschen Rechtschreiberates, wonach die Verwendung der Sonderzeichen derzeit rechtswidrig sei und nicht sichergestellt sei, dass solche Schreibweisen allgemein verständlich seien.

Das auf den 16. September datierte Schreiben richtet sich an die Bundesverwaltung einschließlich Kanzleramt und Ministerien, aber auch an Bundesgerichte und Stiftungen des Öffentlichen Rechts des Bundes, wie die Zeitung meldet. Der Bundestag als Gesetzgeber oder der Bundespräsident gehören nicht zu den Adressaten.

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Kein Gendersternchen, aber auch kein generisches Maskulinum

Während Sonderzeichen abgelehnt würden, empfehle das Frauenministerium ausdrücklich, das generische Maskulinum zu vermeiden, wenn auch eine weibliche Form existiere, wie bei „Kunde“ und „Kundin“. Ausgenommen werden dem Bericht zufolge nur juristische oder abstrakte Personen wie „Arbeitgeber“.

Im Bund seien bereits seit 2001 alle Dienststellen und Beschäftigten dazu aufgerufen, „die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen sprachlich zum Ausdruck zu bringen“, hieß es weiter. So werde das sogenannte generische Maskulinum - wenn also Wörter wie „Bürger“ grammatisch männlich sind, aber Menschen jeden biologischen Geschlechts bezeichnen sollen - bereits vermieden. Wenn es um Gruppen mit unbestimmten Geschlecht gehe, würden geschlechtsneutrale Formulierungen gewählt, wie etwa „Studierende“ statt „Studenten“.

Gender-Schreiben ist keine Vorgabe

Für zusammengesetzte Wörter wiederum wird ein „pragmatischer Umgang“ angeregt. So sei die Verwendung des Begriffs „Ministerpräsidentenkonferenz“ in Ordnung, wobei die Klarstellung bei der Auflösung des Kompositums zu erfolgen habe, etwa als „Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder“. Von der abwechselnden Verwendung von männlicher und weiblicher Form werde abgeraten.

„Der Bundesfamilienministerin ist es wichtig, dass in der Sprache immer der Respekt gegenüber jedem Menschen zum Ausdruck kommt“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch. Bei dem Schreiben von Mitte September handle es sich nicht um Vorgaben, sondern lediglich um „eine Arbeits- und Orientierungshilfe für eine geschlechtergerechte und respektvolle Verwendung der Sprache durch die Bundesverwaltung“.

Der Rat für Deutsche Rechtschreibung hatte sich im März gegen die Aufnahme des Gendersterns ins Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung ausgesprochen. Man werde „die weitere Schreibentwicklung beobachten“, hieß es in einer Mitteilung.

RND/epd/dpa

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