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Frauen im Topmanagement sind rar: Die gesetzliche Quote ist unvermeidlich

  • Unternehmen fällt es offenbar weiter schwer, Entscheiderinnen in die Vorstandsetagen einzubinden.
  • Bei den Aufsichtsräten funktioniert die seit 2016 geltende Frauenquote bestens.
  • Daher muss die Politik nun mit dem vorgeschriebenen Frauenanteil in Vorständen nachlegen, findet Thoralf Cleven.
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Wirtschaftsbosse tragen Politikerinnen und Politikern gern vor, was sie wo viel besser machen würden. Viele Unternehmenslenker halten sich für die besseren Politiker. Umgekehrt mögen die Herren Vorstände Ratschläge nicht so gern – erst recht nicht, wenn es darum geht, mehr Frauen ins Topmanagement einzubinden.

Gründe gibt es dafür keine. Frauen sind so qualifiziert wie Männer für Führungspositionen, und viele „managen“ zusätzlich noch ihre Familien. Trotzdem sind Frauen an der Spitze von Konzernen Exotinnen.

Die Politik hat lange zugeschaut, obwohl Frauen wie Angela Merkel, Malu Dreyer, Ursula von der Leyen, Manuela Schwesig oder Rita Süssmuth jahrelang bewiesen haben, wie wichtig Entscheiderinnen für die Gesellschaft sind.

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Quote für Aufsichtsräte war schwere Geburt

Erst vor fünf Jahren wurde für Aufsichtsräte eine feste Quote eingeführt – es war eine schwere Geburt. Doch: die Quote funktionierte! Die Schwelle von 30 Prozent wurde schon 2017 überschritten und liegt nunmehr bei 35,9 Prozent Frauenanteil in den Kontrollgremien der Unternehmen.

In den mächtigen Vorstandsetagen sieht es hingegen noch düster aus, wenn es um Entscheiderinnen geht. Mehr als die Hälfte der großen börsennotierten Unternehmen in Deutschland hat keine Frau im Vorstand. 62 von 186 Konzernen planen weiterhin mit frauenfreien Vorstandsetagen. Ein Skandal.

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Also: Politik – bitte übernehmen!

Trauerspiel wie 2015

Leider ist hier das gleiche Trauerspiel zu beobachten wie bereits 2015 bei der Debatte um die Frauenquote für Aufsichtsräte. Das Bundeskabinett hatte Anfang dieses Jahres die verbindliche Frauenquote für Unternehmensvorstände zwar auf den Weg gebracht. Nun hat sie sich jedoch in den wahltaktischen Fallstricken des Bundestags verfangen.

Aus dem gesellschaftlichen Meilenstein für Frauen in Führungspositionen ist ein politischer Stolperstein geworden. Es sind die traurigen Abwehrkämpfe gegen eine nicht aufzuhaltende Entwicklung.

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