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Frauen an der Spitze: Die EKD setzt ein dickes Ausrufezeichen

  • Die Evangelische Kirche in Deutschland hat nun drei Frauen an der Spitze.
  • Die neue Ratsvorsitzende Annette Kurschus wird anders agieren als ihr Vorgänger Bedford-Strohm.
  • Auch wenn kein Neustart der Kirche nötig ist – viele neue Wege wird sie beschreiten müssen, kommentiert Thoralf Cleven.
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Das hat es in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) noch nie gegeben: Drei Frauen werden fortan den Kurs ihrer Kirche bestimmen – die Ratsvorsitzende Annette Kurschus, ihre Stellvertreterin Kirsten Fehrs und die erst 25-jährige Anne-Nicole Heinrich als Präses der EKD-Synode.

Schon das allein ist ein dickes Ausrufezeichen in die Gesellschaft. Darüber hinaus ist aber auch der neue Rat paritätisch mit sieben Frauen und sieben Männern besetzt. Die Kirche nimmt hier eine klare Vorbildstellung ein.

Die neue Kirchenführung hat jetzt eine Menge Arbeit vor sich. Heinrich Bedford-Strohm hatte seinen Ausstieg als Ratsvorsitzender damit begründet, dass er den Weg für einen Neuanfang frei machen wolle. Einen Neustart von der Kirche zu verlangen ist übertrieben – dennoch ist vieles liegen geblieben, nicht nur, aber auch wegen Corona.

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Trotz des gesellschaftlichen Drucks und trotz vieler guter Beschlüsse ist beispielsweise die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in vielen kirchlichen Ebenen und Unterebenen verschleppt worden. Das hat zu einer existenziellen Vertrauenskrise geführt – innerhalb und außerhalb der Kirche.

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Um hier aufzuräumen und neu mutige Wege zu beschreiten, ist die Konstellation der neuen EKD-Führung vielleicht ein Glücksfall für die Kirche. Zwei begnadete und erfahrene Seelsorgerinnen sowie eine aus der Jugendarbeit stammende, basisorientierte Kirchenparlamentarierin können jetzt ihre Stärken nutzen, um kluge Strategien zur Krisenbewältigung zu entwickeln.

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Wunder sind – angesichts weiterer Baustellen wie dem starken Mitgliederschwund und dem daraus resultierenden Sparkurs – nicht von den drei Frauen zu erwarten. Dennoch: Der Vertrauensvorschuss ist groß – und auch sie müssen liefern ...

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