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Macron und Le Pen in Stichwahl

Ergebnis der Frankreich-Wahl 2022: Macron deutlich vor Le Pen

Sieht so Erleichterung aus? Der französische Präsident Emmanuel Macron ballt die Faust.

Sieht so Erleichterung aus? Der französische Präsident Emmanuel Macron ballt die Faust.

Bei der ersten Runde der richtungsweisenden Präsidentschaftswahl in Frankreich hat Amtsinhaber Emmanuel Macron die absolute Mehrheit offenbar verpasst. Er erreichte laut der Auszählung von 97 Prozent der Stimmen ca. 27,6 Prozent und führt damit deutlich vor seiner stärksten Herausforderin, die rechte Nationalistin Marine Le Pen. Sie liegt mit rund 23,4 Prozent deutlich hinter dem amtierenden Präsidenten.

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Die Bürgerinnen und Bürger Frankreichs müssen sich demnach auf eine Stichwahl zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen einstellen. Die Stichwahl ist für den 24. April angesetzt, also in zwei Wochen.

Wahl in Frankreich: Ergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse der offiziellen Hochrechnungen:

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Bis 17 Uhr hatten etwa 65 Prozent der Wahlberechtigten in Frankreich ihre Stimme abgegeben. Damit fiel die Wahlbeteiligung etwas geringer aus als bei der Präsidentschaftswahl 2017. Damals hatten um 17 Uhr insgesamt 69,42 Prozent der berechtigten Bürgerinnen und Bürger gewählt.

Laut einer Hochrechnung des Meinungsforschungsinstituts „Elabe“ bleiben 26,5 Prozent der Französinnen und Franzosen der Wahl fern. Ein anderes Meinungsforschungsinstitut, Ifop, geht von 25 Prozent aus.

Die vergangenen Umfragen:

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Sorgen in Berlin und Brüssel: Gewinnt Le Pen die Wahl?

In Brüssel und Berlin blickt man mit Spannung und Sorge auf die Wahl. Die populistischen Parteien sind so stark wie nie. Le Pen werden Chancen zugesprochen, diese Stimmen in einem zweiten Wahlgang auf sich vereinen zu können. Ein Sieg der Populistin Le Pen wäre ein Schock. Frankreich ist politisch und wirtschaftlich einer der wichtigsten Partner Deutschlands. Die Achse Paris-Berlin, derzeit als Tandem zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Macron, ist eine treibende Kraft in der Europäischen Union. In Brüssel versuchte der 44-Jährige Macron zuletzt verstärkt, sich als Reformer der EU zu inszenieren. In der Ukraine-Krise profilierte er sich als einer der führenden Vermittler.

Die Euroskeptikerin Le Pen droht jedoch mit einer grundsätzlichen Neuausrichtung des französischen Kurses, in der Europa nur noch eine nachgeordnete Rolle spielen würde und Deutschland nicht mehr der Partner der Wahl wäre. Stattdessen würde ein Frankreich unter Le Pen sich Ländern wie Ungarn oder Polen stärker zuwenden. Konfrontationen mit Brüssel wären vorprogrammiert und Frankreich könnte mit Le Pen vom Antreiber zum Bremser von EU-Initiativen werden.

Bei einem Sieg von Le Pen könnte in der aktuellen Krise angesichts des Kriegs die geschlossene Front Europas gegen Russland und die Pro-Ukraine-Koalition in Gefahr geraten. Auch in den USA wird dies mit großer Sorge gesehen. Wahlwerbung zeigte die 53-Jährige bis Ausbruch des Krieges noch bei einem Treffen 2017 mit Kremlchef Wladimir Putin. Nach einem Ende des Krieges könne Russland in absehbarer Zeit wieder ein Partner Europas werden, formulierte die Putin-Freundin Le Pen bereits.

mit dpa

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