Frankreich: Gendern an Schulen verboten

  • Der französische Bildungsminister hat per Erlass das schriftliche Gendern an Schulen verboten.
  • Die inklusive Schriftsprache würde nicht mit den Lehrplänen übereinstimmen.
  • Außerdem seien die „Pünktchenwörter“ hinderlich beim Erlernen der französischen Sprache.
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Paris. Jean-Michel Blanquer, Bildungsminister Frankreichs, hat das schriftliche Gendern an Schulen und in seinem Ministerium verboten. In dem seit Donnerstag gültigen Erlass begründet er dies mit den Regeln, die in Lehrplänen vereinbart seien. „Inklusive“ Schrift würde mit diesen nicht übereinstimmen. Die französische Nachrichtenagentur AFP und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ haben darüber berichtet.

In Frankreich werden Punkte eingesetzt, um geschlechtergerechte Sprache zu ermöglichen (etwa „député.e.s“ (Parlamentarier*innen) oder „électeur.rice.s“ (Wähler*innen)). In der deutschen Sprache werden zum gleichen Zweck Sternchen benutzt. Die Pünktchenwörter aber würden beim Lesen und Erlernen der französischen Sprache behindern, so Blanquer vor dem französischen Bildungsausschuss. Auch die Vermittlung der Sprache sei vor allem für Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche schwierig, wenn in den Wörtern Punkte gesetzt seien.

Gendern polarisiert die französische Gesellschaft und Politik

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Das Thema sorgt für eine polarisierende Diskussion in Gesellschaft und Politik Frankreichs. Die französische Bildungsgewerkschaft SUD kritisierte, dass der Bildungsminister der „pädagogischen Gemeinschaft seine eigene Rückständigkeit aufzwingen“ wolle.

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In Deutschland war das Verbot der gendergerechten Sprache vor Kurzem Thema, als Friedrich Merz (CDU) Frankreich als Vorbild für ein ähnliches Vorgehen in Deutschland ausmachte. Merz hatte dem „Spiegel“ in einem Interview gesagt: „Die Franzosen haben offenbar ein besseres Feingefühl für den kulturellen Wert ihrer sehr schönen Sprache.“

RND/sic

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