Frankreich droht nach erneutem Putsch in Mali mit Truppenabzug

  • Der Putschistenführer Assimi Goïta hat sich am Freitagabend in Mali zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen lassen.
  • Frankreich droht nun mit einem Abzug seiner Truppen aus dem Land.
  • Emmanuel Macron warnte vor einer Entwicklung Malis in Richtung eines radikalen Islamismus.
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Paris. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron droht mit dem Rückzug der französischen Truppen aus Mali, sollte sich der westafrikanische Krisenstaat nach dem jüngsten Putsch in Richtung eines radikalen Islamismus entwickeln. In Mali gebe es derzeit eine solche Tendenz, sagte Macron der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. Sollte sich das Land weiter in diese Richtung entwickeln, werde er die französischen Soldaten nach Hause holen.

Frankreich ist in Mali mit mehr als 5000 Soldaten im Einsatz, um islamistischen Terrorismus zu bekämpfen. Auch die Bundeswehr hat dort mehrere Hundert Soldaten stationiert.

Macron sagte, er habe gegenüber den westafrikanischen Staats- und Regierungschefs deutlich gemacht, dass er keine Regierung unterstützen werde, die keine demokratische Legitimität mehr habe. An diesem Sonntag wollten die Staaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Ghana beraten.

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In dem 20-Millionen-Einwohner-Land hatte sich Putschistenführer Assimi Goïta am Freitagabend zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen lassen. Goïta hatte im vergangenen August einen Militärputsch geführt, der den gewählten Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta zum Sturz brachte. Anfang der Woche zwang das Militär auch den bisherigen Interimspräsidenten Bah N'Daw und Premierminister Moctar Ouane zum Rücktritt.

RND/dpa

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