Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Bei „Markus Lanz"

„Es wundert mich nicht, dass Sie schon mehrfach pleite waren“: Frank Thelen bekommt Lehrstunde in Geldpolitik

Unternehmer Frank Thelen, bekannt aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“.

Unternehmer Frank Thelen, bekannt aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“.

Am Donnerstagabend gab es in Deutschlands Medienlandschaft vor allem ein Thema: den Tod der Queen. Davon unberührt blieb allerdings „Markus Lanz“, abgesehen von einer Verschiebung auf 0.30 Uhr aufgrund von Programmänderungen im ZDF. Per Einblendung wurde dem TV-Publikum mitgeteilt, dass die Sendung vorab aufgezeichnet wurde und der Trauerfall im britischen Königshaus demnach keine Rolle in der Runde spielen könne.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Stattdessen gab es gewohnt kontroverse Diskussionen zum Thema Gaskrise und fortschreitende Inflation. Leidenschaftlich gestritten wurde zwischen Unternehmer Frank Thelen - unter anderem bekannt aus der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ - sowie „taz“-Politikexpertin Ulrike Herrmann.

Hohe Energiekosten verunsichern Metallbau-Unternehmen

Beim Mittelständler BÖGRA Technologie GmbH in Solingen plant man mit verschiedenen Szenarien, um erwarteten hohen Energiekosten zu bewältigen.

Thelen beklagt: „Der Patient ist fast tot“

Thelen äußerte im Gespräch große Sorgen um die deutsche Wirtschaft: „Ohne Energie gibt es keine Produktion.“ Zudem liege aktuell liege die Inflation bei rund neun Prozent. Dafür machte der Unternehmer die „exzessive Gelddruckpolitik“ verantwortlich. „Wenn ich immer mehr Euro drucke, dann ist der einzelne Euro weniger wert“, meinte er als Hauptursache erkannt zu haben. Deutschland stellte er ein geradezu vernichtendes Urteil aus: „Der Patient ist fast tot.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wenn Sie wirklich Unternehmer sind und investieren, und auf der falschen Basis einer Geldtheorie, dann sehe ich da ein Problem.

„taz“-Politikexpertin Ulrike Herrmann zu Frank Thelen

Als Gegenmaßnahme zur „Soll-Inflation von zwei Prozent“ sei der Leitzins durch die US-Notenbank sowie die Europäische Zentralbank angehoben worden. Die Folge? „Andere Probleme“, da Unternehmen „eben nicht mehr an das Kapital kommen“. Thelen erwartet in der Konsequenz „vielleicht noch mehr Insolvenzen“.

So ernst Frank Thelens Diagnose ausfiel, so belustigend fand Ulrike Herrmann dessen Ausführungen. Thelens Analyse sei „völlig falsch“, widersprach sie. Die Journalistin entgegnete, die Inflation sei das Ergebnis enormer Energiepreise und gestörter Lieferketten. Dann wurde sie gegenüber Thelen deutlich - geradezu giftig: „Wenn Sie wirklich Unternehmer sind und investieren, und auf der falschen Basis einer Geldtheorie, dann sehe ich da ein Problem“, so Herrmann - die noch mal nachlegte: „Ganz im Ernst, es wundert mich nicht, dass Sie schon mehrfach pleite waren!“

Vom „Sie“ zum „Du“ – und wieder zurück

Fertig war die „taz“-Politikexpertin damit noch nicht. Herrmann führte aus, Thelens Inflations-These gehe auf den US-Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman (1912-2006) zurück und sei längst widerlegt. Ihrer Meinung nach sei es „peinlich“, dass der Unternehmer „überholte Theorien noch breittritt“. Wenngleich Thelen den Angriff wegzulächeln versuchte, wirkte er nervös. Offenbar hatte die verbale Attacke der Journalistin gesessen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Frank Thelen wollte die Vorwürfe jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Seiner Ansicht nach brauche es Köpfe, die neu denken und für den Fortschritt etwas wagen. Als die Gesprächspartner erneut auf die Thematik Geld und Inflation zu sprechen kamen, nahm er erneut Herrmanns Lachen wahr. Thelen duzte die Journalistin: „Da lachst du jetzt, aber das ist nicht witzig - wir können nicht immer mehr Geld drucken.“ Später siezten sich beide wieder, was Gastgeber Markus Lanz amüsiert zur Kenntnis nahm: „Wieder beim Sie, wird frostiger.“

RND/Teleschau

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken