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Für Unabhängigkeit von Russland

NRW-Wirtschaftsminister will Gasförderung mit Fracking in Deutschland prüfen

1 Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen (Archivbild)

Düsseldorf. In der Debatte um mehr Unabhängigkeit von russischem Gas haben Politiker und Ökonomen das umstrittene Gas-Fracking wieder ins Gespräch gebracht. Es müssten „alle Möglichkeiten geprüft werden, um die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Energieversorgung zeitnah abzufedern und Deutschlands Energieversorgung zukunftssicher aufzustellen“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Alle gesetzlichen Regelungen, die solchen Vorhaben entgegenstünden, gehörten auf den Prüfstand.

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Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, fordert eine ernsthafte Prüfung des Frackings. „Grundsätzlich muss für einen schnellen Ausstieg aus russischem Gas jede Option geprüft und ernsthaft erwogen werden“, sagte Hüther der „Rheinischen Post“.

Die Spitzenkandidatin der NRW-Grünen, Mona Neubaur, warnte dagegen vor einem Einsatz der Fracking-Technologie. „Zu groß sind die Risiken durch Verunreinigung des Grundwassers und der Umwelt sowie durch Erdrutsche“, sagte sie der Zeitung.

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Verband: Fracking könnte Anteil an heimischem Gas um zehn Prozent erhöhen

Nach Angaben des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) könnte die Förderung von Schiefergas durch Fracking den Anteil heimischen Gases am Bedarf in Deutschland von fünf auf zehn Prozent erhöhen. „Aber auch das wird nicht von heute auf morgen gehen: In drei bis fünf Jahren könnte es losgehen, in zehn Jahren könnten wir die zehn Prozent erreichen“, sagte Verbands-Vorstand Ludwig Möhring der „Rheinischen Post“.

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Vor dem Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium wurde ein Graben geschaufelt, um Platz für Rohre mit der Aufschrift „Qatar Stream“ zu schaffen.

Fracking gilt als besonders umweltschädliche Technologie zur Förderung von Erdgas und Erdöl. Dabei wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um undurchlässige Gesteinsschichten aufzuspalten und an die darin enthaltenen Energieträger zu gelangen. Es besteht die Gefahr der Verunreinigung von Trinkwasser und Böden, klimaschädliches Methan kann unkontrolliert entweichen. Unkonventionelles Fracking ist seit 2017 in Deutschland bis auf wenige Probebohrungen verboten, in Nordrhein-Westphalen hatte die rot-grüne Landesregierung schon 2011 ein Verbot dieser Technologie erlassen.

RND/epd

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