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Flutkatastrophe: Mehrheit der Deutschen sieht Zusammenhang mit Klimawandel

  • Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt einer aktuellen Umfrage zufolge, dass die Umweltkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz menschengemacht ist.
  • Gleichzeitig wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger mehr Aufklärung.
  • 87 Prozent glauben, dass Sirenen ein geeignetes Mittel sein können, um vor Katastrophen zu warnen.
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Berlin. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung glaubt, dass die Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands Folge des vom Menschen verursachten Klimawandels ist. Gleichzeitig wünschen sich die Deutschen mehr Aufklärung zum Thema. Viele halten zudem Sirenen als geeignetes Mittel, um vor Katastrophen zu warnen.

Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertraten knapp 55 Prozent der 2104 Befragten diese Ansicht. 23 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage sehen keinen Zusammenhang. Etwa 22 Prozent sind sich nicht sicher, ob vom Menschen verursachte Veränderungen des Klimas die Ursache für die Überschwemmungen mit mehr als 180 Toten waren.

Die Frage, wer womöglich Schuld daran trägt, dass Mitte Juli so viele Menschen ums Leben kamen, stellt sich nur jeder Zweite. Auf die Frage „Wer ist, wenn überhaupt, hauptsächlich dafür verantwortlich, dass bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen so viele Menschen gestorben sind?“ antwortete die Hälfte: „Niemand, es war eine Naturkatastrophe.“ 14 Prozent trauten sich kein Urteil zu.

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Einige sehen Verantwortung beim Bund

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Von denen, die eine Verantwortung bei staatlichen Stellen sehen, verweisen die meisten auf den Bund - obwohl Entscheidungen in solch einer Notlage nach geltender Rechtslage in den Kommunen und auf Ebene der Länder getroffen werden sollen. Dennoch sehen lediglich vier Prozent die Hauptverantwortung bei Landräten und Bürgermeistern. Zwölf Prozent sehen an erster Stelle die Länder in der Pflicht. Etwa 13 Prozent verorten die Hauptverantwortung vor allem bei den Bundesbehörden, „weil sie nicht eingegriffen haben“.

Die Umfrage zeigt auch, dass sich viele Bürger mehr Aufklärung wünschen. Die Mehrheit ist jedenfalls der Meinung, dass es geholfen hätte, wenn man die Bevölkerung generell stärker für Gefahren durch Naturkatastrophen sensibilisiert hätte.

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Eine große Mehrheit der Deutschen Sirenen für ein geeignetes Mittel, um Menschen vor Katastrophen zu warnen. Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, zur Warnung der Bevölkerung vor Überflutungen, Waldbränden und anderen akuten Gefahren Sirenen einzusetzen, antworteten knapp 87 Prozent der Teilnehmer der Umfrage mit “Ja”. Lediglich sieben Prozent der Deutschen halten den Einsatz von Sirenen für diesen Zweck nicht für sinnvoll. Sechs Prozent der Befragten hatten dazu keine klare Meinung.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sehen in Sirenen einen wichtigen Bestandteil der Warn-Infrastruktur. Der Bund hatte deshalb vor einigen Monaten ein mit 88 Millionen Euro ausgestattetes Förderprogramm aufgesetzt. Es soll dazu dienen, die Länder, die für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten Verantwortung tragen, beim Ertüchtigen alter Sirenen und dem Aufbau neuer Sirenen zu unterstützen.

Tests mit „intelligenten“ Sirenen

Ältere Sirenen würden bei einem Stromausfall nicht mehr funktionieren, moderne Einheiten, die mit einer Batterie ausgestattet sind, aber schon. Immer vorausgesetzt sie sind an einem Ort aufgestellt, wo sie auch bei Sturm und Überschwemmungen sicher stehen.

Ein Kritikpunkt, der in der Debatte um Vor- und Nachteile von Warnungen per Sirene oft zu hören ist, lautet: Wenn die Sirene heult, wissen die Anwohner trotzdem noch nicht, was sie tun sollen. In Kaiserslautern läuft daher aktuell ein Test mit sogenannten intelligenten Sirenen. Das sind Sirenen, über die auch Durchsagen abgesetzt werden können.

RND/dpa

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