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Flugzeugumleitung: Kreml fordert internationale Untersuchung

Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Moskau. Russland hat eine internationale Untersuchung der erzwungenen Flugzeuglandung im Nachbarland Belarus gefordert. „Es gibt internationale Luftfahrtvorschriften, und es sind die internationalen Luftfahrtbehörden, die hier die Einhaltung oder Nichteinhaltung dieser internationalen Standards bewerten sollten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Er könne da nichts vorwegnehmen.

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Peskow mahnte zugleich eine „nüchterne Bewertung“ des Vorfalls an. Die einen forderten Sanktionen, die anderen erklärten, es sei alles in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln verlaufen. „Wir möchten uns nicht an diesem Rennen beteiligen, jemanden zu verurteilen oder etwas zu unterstützen“, meinte Peskow. Russland ist der engste Verbündete von Belarus.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb bei Facebook, der Westen solle sich nicht so aufregen. 2013 sei auf Geheiß der USA auch in Österreich das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten zur Landung gezwungen worden. Das Internet sei voll von Beispielen über gewaltsame Entführungen, erzwungene Landungen und illegale Festnahmen, „die sich die Hüter der Ordnung und Moral“ im Westen geleistet hätten, meinte sie.

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Ex-Sowjetrepublik verteidigt Vorgehen der Behörden

Belarus zeigte sich nach dem Vorfall bereits offen für eine internationale Untersuchung. „Ich bin sicher, dass wir in dieser Angelegenheit in der Lage sind, volle Transparenz zu gewährleisten“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Anatoli Glas, am Montag in der Hauptstadt Minsk.

Erzwungene Landung in Minsk: Litauen fordert transatlantische Reaktion gegen Belarus

Die Behörden in Belarus hatten am Sonntag ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Griechenland nach Litauen zur Landung gedrängt.

Wenn nötig, sei Belarus auch bereit, „Experten zu empfangen“ und Informationen offenzulegen, um Unterstellungen zu vermeiden. Beobachter sehen darin den Versuch, das weitgehend isolierte Land international ins Gespräch zu bringen.

Zugleich verteidigte der Sprecher das Vorgehen der Behörden in der Ex-Sowjetrepublik. Die Maßnahmen hätten den internationalen Vorschriften in vollem Umfang entsprochen. Glas wies zudem Kritik aus der EU als „bewusste Politisierung“ zurück. Es müsse alles in Ruhe analysiert und auf „die Schlussfolgerungen kompetenter Experten“ gewartet werden, riet er.

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In der Mitteilung des Ministeriums wurde der in Minsk festgenommene Blogger Roman Protasevich, den Machthaber Alexander Lukaschenko international hat suchen lassen, nicht erwähnt.

RND/dpa

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