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Hunderte Migranten im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet

  • Schon am Freitag und Samstag hatten zwei Rettungsschiffe Geflüchtete auf dem Mittelmeer an Bord geholt.
  • Am frühen Sonntagmorgen waren sie wieder im Einsatz.
  • Innerhalb von fünf Stunden retteten die „Ocean Viking” und die „Sea-Watch 3” etwa 400 Menschen.
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Rom. Die Crews mehrerer privater Seenotretter-Organisationen haben am Sonntag Hunderte Bootsmigranten im zentralen Mittelmeer gerettet. In den frühen Morgenstunden nahmen die „Ocean Viking“ von SOS Mediterranee und die „Sea-Watch 3“ ungefähr 400 Menschen in einer fünfstündigen Rettungsaktion an Bord, wie die in Berlin ansässige Organisation Sea-Watch mitteilte. Die Crews der beiden Schiffe hatten in den Tagen zuvor schon Menschen aus Seenot gerettet.

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„Sea Watch “ rettet Hunderte Geflüchtete von überfülltem Boot
1:15 min
Das deutsche Rettungsschiff und das französische Boot „Ocean Viking“ haben zurzeit insgesamt etwa 670 gerettete Geflüchtete an Bord.  © Reuters

Laut SOS Mediterranee befand sich das Einsatzgebiet am Sonntagmorgen in tunesischen Gewässern. Die Menschen seien auf einem mehrstöckigen Holzboot gewesen. An der Rettung beteiligt war auch das Segelboot „Nadir“ der deutschen Organisation ResQship.

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Auch ein drei Monate altes Kind gerettet

An Bord der „Ocean Viking“, die am Samstag in mehreren Einsätzen Dutzende Bootsmigranten in Sicherheit gebracht hatte und am Sonntagnachmittag einen weiteren Einsatz hatte, waren Stand Sonntagabend nach Angaben der Organisation ungefähr 555 Menschen. Das Schiff sei nun schon sehr voll und man müsse schnellstmöglich einen sicheren Hafen finden, erklärte eine Sprecherin. Unter den Geretteten sei auch ein drei Monate altes Kind.

Die „Sea-Watch 3“ hatte ebenfalls Dutzende Gerettete auf ihrem Schiff. Sechs waren von der italienischen Küstenwache auf Gesuch der Crew wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes am Freitag von Bord geholt worden. Am Sonntag rettete sie in einem weiteren Einsatz weitere 26 Menschen und hatte damit rund 250 Menschen an Bord.

Von den Küsten Libyens und Tunesiens aus steigen Migranten immer wieder in Boote, um über das zentrale Mittelmeer in die EU zu gelangen. Die Überfahrt ist gefährlich, oft geraten die überfüllten Kähne in Seenot. Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr 930 Migranten im zentralen Mittelmeer. Die privaten Organisationen kritisieren, dass die Menschen immer wieder von den Küstenwachen der Länder abgefangen und zum Beispiel zurück nach Libyen gebracht werden, wo ihnen Gewalt drohe. In Italien wiederum sind die Einsätze der privaten Seenotretter politisch umstritten.

RND/dpa

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