Fledermäuse stoppen Baustart des Berliner Einheitsdenkmals

  • Der Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ist vorerst gestoppt.
  • Die Senatsverwaltung hat am Mittwoch einen entsprechenden Antrag des Bundes auf eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt.
  • Grund sind auf der Roten Liste stehende Fledermäuse, die bereits ihr Winterquartier im Sockel des zukünftigen Denkmals bezogen haben.
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Berlin. Der Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ist vorerst gestoppt. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz habe am Mittwoch einen entsprechenden Antrag des Bundes und des ausführenden Büro Milla & Partner auf eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung, Jan Thomsen, dem Evangelischen Pressedienst. Grund der Ablehnung sind auf der Roten Liste stehende Fledermäuse, die bereits ihr Winterquartier im Sockel des zukünftigen Denkmals bezogen haben.

Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu), der gegen die Ausnahmegenehmigung geklagt hatte, ist ein Baubeginn vor Mai 2020 damit nicht mehr möglich. Laut Nabu seien weder ein ausreichendes Ersatzquartier noch alternative Brutplätze für die Fledermäuse geschaffen worden. Trotz eingebauter Sperren seien die Tiere wieder in das Gewölbe im Sockel geflogen. Eine Gutachterin habe dort im Oktober Wasser-, Zwerg- sowie Rauhautfledermäuse nachgewiesen.

Laut Thomsen hatte die Senatsverwaltung Anfang September die Baugenehmigung mit strengen Auflagen für den Schutz der Fledermäuse verbunden. Unter anderem sollte ein Einflugschutz gegen Fledermäuse errichtet werden. Das ist offenbar nicht gelungen, denn in dem Sockel haben die Tiere wieder ihr Winterquartier bezogen.

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Um das mit etwa 17 Millionen Euro Baukosten kalkulierte Einheits- und Freiheitsdenkmal wird seit langem gerungen. Erste Planungen hatte es 1998 gegeben. Der Bundestag hat sich mehrfach für den Bau des Denkmals ausgesprochen. Trotzdem gab es immer wieder Verzögerungen.

Geplant ist eine begehbare, überdimensionierte Schale unter dem Motto "Bürger in Bewegung". Ursprünglich sollte die "Einheitswippe" zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in diesem Herbst eingeweiht werden. Zu Verzögerungen kam es unter anderem wegen des Erhalts von Mosaiken des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals am Standort des neuen Denkmals.

RND/epd/cle