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Fist Bump for Future: Warum das Foto von Saint Greta und Jesus Barack Superstar eine Ikone ist

Gipfel des guten Gewissens: Greta Thunberg und Barack Obama haben sich getroffen - dabei entstand ein zauberhaftes Foto. Zwei der meist gefeierten und meist kritisierten Menschen der Erde bekunden sich Respekt. Show? Na klar. Aber auch Balsam auf die Seele.

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Herrgott, wie dieser Mann fehlt. Jeder Satz ein Popsong. Jedes Foto von ikonischer Kraft. Und jeder Auftritt ein Echo jenes anderen, liberalen Amerika, das sich in der Trump-Ära in den Schmollwinkel verzogen hat. Immer mal wieder erinnert Barack Obama kurz daran, wie ein US-Präsident auch sein könnte, ganz anders als der aktuelle, im Prinzip das Gegenteil: eloquent, weltoffen, smart, mit Klasse. Das darf man ruhig mal so sagen: Obama wirkt weiterhin wie die coolste Sau des Planeten.

Ein Gipfel des guten Gewissens

Nun hat er Greta Thunberg getroffen. Die beiden populärsten und meist gehassten Gutmenschen der Welt unter sich: die 1,50 Meter kleine Schwedin und der 1,85 große Amerikaner. Ein Gipfel des guten Gewissens. Thunberg im blauen Hoodie, Obama im weißen Maßhemd. „Niemand ist zu klein, um etwas zu verändern“, sagt sie. Man spricht über das Klima, über die Gestaltungsmacht der Jüngeren, über die Schulstreiks, die in den USA noch nicht die Wucht haben wie in Europa. „Weißt du, was ein Fist Bump ist?“, fragt Obama, weltbester Experte für coole Gesten, zum Abschied. „Ja“, sagt Greta. Fist Bump unter Superstars. Faust auf Faust.

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Das Foto, das dabei entstand, hat das Zeug, sämtliche Nörgler, Zweifler, Kleingeister und Twitter-Trolle zur Weißglut zu treiben. Saint Greta und Jesus Barack Superstar vereint. So viel Liberalität auf einem Bild ist kaum auszuhalten für all jene, die Obama als Inkarnation des Bösen und Greta als Marionette einer nach Weltherrschaft strebenden Ökomafia missverstehen.

„Die Macht junger Menschen“

Man kann da schnell wieder herumjammern: „Gutmenschenshow“, „Heiligsprechung“, „Klimahysterie“ – you name it. Und man muss Thunberg und Obama noch lange nicht bei Mahatma Gandhi, John Lennon, Martin Luther King, dem Dalai Lama und Mutter Teresa einsortieren. Aber sehr vielen Menschen dürfte gefallen, was sie da sehen. Es ist eine kleine Allianz der Vernunft. Zwei Ikonen der Hoffnung auf bessere Zeiten bekunden sich Respekt. Dem einen gehörte die Vergangenheit, der anderen gehört das Momentum, die Gegenwart, und beide sorgen sich um die Zukunft. „Du veränderst die Welt“, sagt Obama. „Deswegen freuen wir uns sehr, dich bei uns zu haben. Wir sind ein Team.“

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Fist Bump for Future: Greta Thunberg beim Treffen mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama. © Quelle: The Obama Foundation/dpa

„Das ist die Macht junger Menschen“, lässt er später mitteilen. „Sie haben keine Angst zu glauben, dass Veränderung möglich ist.“ Es kann nie schaden, sich in einer von wütenden alten Männern geprägten Zeit an den Idealismus der Jugend erinnern zu lassen. Ist das Foto PR? Ja, selbstverständlich! Was denn sonst? Weder Obama noch Greta Thunberg bekleiden ein öffentliches Amt. Ihre Popularität ist ihr einziges Werkzeug. Sie nutzen die Aufmerksamkeit um ihre Personen für eine Sache, die jede Anstrengung wert ist. Fist Bump for Future.

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