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  • Feuerwerksverbot an Silvester: Einzelhandel warnt - Verkaufsverbot könnte Schwarzmarkt stärken und Unfallrisiko erhöhen

Handel warnt vor möglichem Feuerwerksverbot an Silvester

  • Die SPD-geführten Bundesländer wollen das Böllern an Silvester verbieten, um Notaufnahmen und Kliniken in der Pandemie zu entlasten.
  • Der Einzelhandel sieht die Pläne skeptisch.
  • Ein Verkaufsverbot würde den Schwarzmarkt stärken – und dadurch das Unfallrisiko erhöhen, warnt der Handelsverband Deutschland.
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Berlin. Der deutsche Einzelhandel warnt vor einem möglichen Feuerwerksverbot an Silvester. „Aus Sicht des Einzelhandels gibt es auch in Corona-Zeiten keinen Grund, Feuerwerk zu diesem Jahreswechsel grundsätzlich zu verbieten“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Von einer Mehrbelastung der Krankenhäuser kann bei fachgerechtem Gebrauch und dem Kauf von offiziell geprüften Feuerwerkskörpern mit Registriernummer und CE-Zeichen nicht ausgegangen werden“, so Genth weiter. „Ein Verbot könnte am Ende dazu führen, dass die Verbraucher häufiger zu illegalen Feuerwerkskörpern auf dem Schwarzmarkt greifen, was häufiger zu Unfällen führt“, gab er zu bedenken.

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Böllerverbot an Silvester?
1:14 min
Silvester könnte dieses Jahr sehr ruhig werden: ganz ohne Böllerei und Feuerwerk.  © dpa
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Genth betonte die hohe Produktsicherheit, die Silvesterraketen und Böller im Sortiment deutscher Lebensmittel- und Baumärkte hätten. „Feuerwerk aus dem Einzelhandel ist auf Sicherheit geprüft“, sagte er. Die Ware dürfe nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn sie deutlich sichtbar, leicht lesbar, dauerhaft und in deutscher Sprache mit einer Reihe von Kennzeichnungen versehen sei. Dazu gehöre etwa die Bezeichnung des Gegenstandes, der Name und die Kontaktanschrift des Herstellers beziehungsweise des Importeurs, Altersgrenze sowie CE-Kennzeichnung und Registriernummer.

Warnung vor Raketen und Böllern vom Schwarzmarkt

„Die Verbraucher sollten Feuerwerk nur bei vertrauenswürdigen Händlern und keinesfalls auf dem Schwarzmarkt erwerben“, appellierte Genth. „Dann ist gewährleistet, dass die Feuerwerksartikel geprüft und sicher sind.“

Die SPD-geführten Bundesländer wollen an diesem Mittwoch mit der Forderung in die Ministerpräsidentenkonferenz gehen, das Zünden, den Kauf und den Verkauf von Böllern und Raketen über den Jahreswechsel in Deutschland zu verbieten. Dadurch sollen Einsatzkräfte sowie Notaufnahmen entlastet und Gruppenbildungen vermieden werden.

Die unionsgeführten Länder hingegen lehnen ein generelles Feuerwerksverbot ab. Sie wollen stattdessen einen Verzichtsappell sowie ein Verbot von Feuerwerk auf belebten Plätzen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen offiziell 122 Millionen Euro für Böller und Raketen an Silvester ausgegeben. Im Vergleich zu den Spitzenjahren 2016 und 2017 war der Umsatz leicht rückläufig.

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