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Feuer nahe dem Weißen Haus: Unruhen überschatten Demos in den USA

  • Der Tod von George Floyd in Polizeigewalt hat in vielen US-Städten Unruhen ausgelöst.
  • “Schwarze Leben zählen” rufen die Demonstranten.
  • Trump fordert “Recht und Ordnung”, während es nahe des Weißen Hauses brennt.
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Minneapolis. Die friedlichen Demonstrationen in vielen US-Städten nach dem Tod des Schwarzen George Floyd in Polizeigewalt sind von Unruhen überschattet worden. Am Sonntagabend wurden Barrikaden in der Nähe des Weißen Hauses in Washington angezündet. Präsident Donald Trump rief auf Twitter zu "Recht und Ordnung" und einem härteren Durchgreifen der Polizei gegen die Demonstranten auf.

Von Boston bis San Francisco waren Zehntausende Demonstranten am Sonntag erneut auf die Straße gegangen, um gegen die Tötung schwarzer Menschen durch weiße Polizisten zu protestieren. Die Spannungen zwischen den Protestierenden und der Polizei hatten sich in den vergangenen Tagen erhöht und eskalierten kurz vor in Kraft treten einer Ausgangssperre um 23.00 Uhr Ortszeit. Die Polizei setzte große Mengen Tränengas gegen mehr als 1000 Menschen ein und räumte so den nahe am Weißen Haus gelegenen Park Lafayette.

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Demonstranten am Lafayette Park. © Quelle: imago images/ZUMA Wire

Friedlicher Protest - aber auch Plünderungen und Gewalt

Protestierende stapelten Straßenschilder und Plastikbarrieren und setzten den Haufen in der Mitte der zum Weißen Haus führenden H Street in Brand. Einige holten die amerikanische Flagge von einem nahen Gebäude und warfen sie in das Feuer. Andere heizten den Brand mit Ästen an. Ein Block mit Toiletten und einem Büro am nördlichen Ende des Parks Lafayette ging in Flammen auf.

US-weit verliefen die meisten Demonstrationen zwar friedlich, doch teils zeichneten sich Tumulte ab: In Philadelphia und Santa Monica wurden Geschäfte mitten am Tag geplündert. Demonstranten in Philadelphia schleuderten Steine und Molotov-Cocktails auf die Polizei, wie Beamte mitteilten. Maskierte brachen in Geschäfte in San Francisco ein. In mehreren Städten wurden Straßen gesperrt und Ausgangssperren verhängt.

Protest wird nun international

Der Afroamerikaner George Floyd war am vergangenen Montag in Minneapolis gestorben, nachdem ein Polizeibeamter sein Knie minutenlang in den Nacken des gefesselten, am Boden liegenden Mannes gedrückt hatte. Zu dessen letzten Worten gehörte "Ich kann nicht atmen". Der Polizist wurde wegen Mordes angeklagt, die Protestierenden fordern jedoch die Anklage aller vier Polizisten vor Ort, die entlassen wurden.

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New York: Ein Geländewagen der New Yorker Polizei steht in Brooklyn in Flammen. Seit Tagen gibt es friedlichen, aber auch gewaltsamen Protest in den USA. Er richtet sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten gegen Rassismus und Polizeigewalt.  @ Quelle: Michael Nagle/XinHua/dpa

Die Proteste hatten sich in den vergangfenen Tagen schnell auf Dutzende große und kleinere Städte in den USA und teils auch international ausgeweitet. Auch in London und Berlin wurde demonstriert. In vielen US-Städten kam es zu Krawallen. In New York, Reno oder Fargo wurden Autos abgebrannt und Fenster eingeschlagen. In der Hauptstadt von Minnesota wurden Hunderte Gebäude beschädigt oder zerstört. Der Gouverneur beorderte Tausende Soldaten der Nationalgarde auf die Straßen, um die Unruhen einzudämmen. Einer AP-Zählung zufolge wurden seit Beginn der Proteste mindestens 4100 Menschen festgenommen.

Einzelhändler hatten sich auf eine weitere Nacht mit Unruhen vorbereitet. Hunderte Filialen des Hard- und Softwareentwicklers Apple, der Discounteinzelhändler Target und Walmart sowie der Apothekenkette CVS würden aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet, teilten die Unternehmen am Sonntag mit. Bei den Unruhen waren in den vergangenen Tagen einige ihrer Läden geplündert oder in Brand gesetzt worden. Auch kleinere Geschäfte waren betroffen.

RND/AP

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