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Reaktionen auf Brand im Flüchtlings-Camp Moria: “Erbärmlich, dass die EU so lange zugeschaut hat”

Nach dem Ausbruch von mehreren Bränden im griechischen Flüchtlings-Camp Moria gibt es erste Reaktionen aus Deutschland.

Düsseldorf. Nach dem verheerenden Feuer im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat Finanzminister Olaf Scholz Hilfe der Bundesregierung zugesagt. Man könne nicht weggucken, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Es sei notwendig, dass Deutschland und Europa nun helfen. Es solle eine europäische Lösung geben. Alle Länder seien gefordert, einen Beitrag zu leisten. Deutschland sei dazu bereit.

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NRW-Integrationsminister Joachim Stamp hatte zuvor zu schneller Hilfe aufgerufen. “Es ist erbärmlich, dass die EU so lange zugeschaut hat, bis es in Moria zu dieser Eskalation gekommen ist”, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch. “Deutschland hat die Ratspräsidentschaft inne und trägt Verantwortung.” Es sei unmittelbares Handeln notwendig, um es nicht zur humanitären Katastrophe kommen zu lassen.

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Die Länder hätten bereits Hilfe angeboten, sagte Stamp. „Der Bund muss die Koordination übernehmen. Horst Seehofer und Heiko Maas sind bisher untätig geblieben. Das muss sich sofort ändern.“ Da Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne habe, trage es eine besondere Verantwortung. „Wenn die EU nicht in der Lage ist, wenige Tausend Migranten menschenwürdig unterzubringen, ist das eine Bankrotterklärung der europäischen Werteordnung.“

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Besuch des größten Flüchtlingslagers Europas

Anfang August hatte Stamp zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas besucht und sich ein Bild von den Zuständen im völlig überfüllten Camp gemacht. Das Lager Moria steht nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig in Flammen. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von starken Winden. Über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst keine Informationen.

Flüchtlingslager Moria in Flammen

Die Ursache war zunächst unklar. Auf der griechischen Insel Lesbos hatte es zuletzt mehrere Waldbrände gegeben.

Inzwischen haben sich etliche Politiker vorwiegend über ihre Twitter-Kanäle bestürzt über die Ereignisse in Griechenland gezeigt. „Die EU-Mitgliedsstaaten müssen Moria umgehend evakuieren“, fordert Kevin Kühnert (SPD). Norbert Röttgen (CDU) schreibt: „Jetzt gibt es kein Zurück & keine Ausreden mehr: Europa muss endlich einen Weg finden, Griechenland zu entlasten & den Menschen Schutz zu bieten.“ „Unsere progressiven Landesregierungen Thüringen, Berlin und Bremen wollten aufnehmen, aber BMI Seehofer blockiert“, so Katja Kipping (Die Linke).

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seine Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen bekräftigt. Es sei “keine Frage, dass Deutschland helfen muss”, sagte er der “Stuttgarter Zeitung” und den “Stuttgarter Nachrichten”. “Wie schon in der Vergangenheit ist Baden-Württemberg auch jetzt bereit, im Rahmen eines deutschen Hilfsprogramms Hilfe zu leisten und Verantwortung zu übernehmen.” Er würde begrüßen, wenn die Bundesregierung ihr Aufnahmekontingent weiter aufstocke, um möglichst vielen Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern zu helfen. “Gerne wird Baden-Württemberg dann diese Menschen aufnehmen.”

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EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich betroffen. Sie sei tief traurig, schrieb die CDU-Politikerin am Mittwoch auf Twitter. “Wir stehen mit den Mitgliedstaaten bereit, zu helfen.” Priorität habe die Sicherheit jener, die ohne Obdach seien. Zugleich habe sie den für Migration zuständigen Kommissionsvize Margaritis Schinas gebeten, so bald wie möglich nach Griechenland reisen.

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Ähnlich wie von der Leyen äußerte sich auch EU-Ratschef Charles Michel. Seine Gedanken richteten sich an alle, die in Gefahr geraten seien.

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Zuvor hatte die EU-Kommission bereits zugesagt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen in dem Lager aufs Festland zu finanzieren.

Bei Twitter hat sich der Hashtag #WirHabenPlatz etabliert, unter dem sich User dafür aussprechen, Geflüchtete nach Deutschland kommen zu lassen. Zu den Vorreiterinnen gehört auch die Kapitänin und Aktivistin Carola Rackete.

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Das Flüchtlingslager Moria ist seit Jahren heillos überfüllt. Derzeit leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12.600 Flüchtlinge und Migranten - bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen. Seit vergangener Woche treten immer mehr Fälle von Corona-Infektionen auf, weshalb das Lager unter Quarantäne gestellt worden ist.

Kontakt zu Minister und Behörden

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat schnelle Hilfe versprochen. Sie sei in Kontakt mit dem griechischen Minister und den lokalen Behörden, schrieb die Schwedin am Mittwoch auf Twitter. Dabei habe sie zugestimmt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aufs Festland zu finanzieren. „Die Sicherheit und der Schutz aller Menschen in Moria hat Priorität.“

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Zudem drückte Johansson ihr Mitgefühl mit den Menschen auf der Insel Lesbos und insbesondere mit den Migranten sowie den Arbeitern in dem Flüchtlingslager Moria aus.

Überfülltes Flüchtlingslager Moria auf Lesbos niedergebrannt

Auf der Insel wurde laut Medienberichten der Notstand ausgerufen. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl forderte die Bundesregierung zum sofortigen Handeln auf.

Evangelischen Kirche: „Trauer und Entsetzen“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat seine Bestürzung über die Situation im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zum Ausdruck gebracht. „Mit Trauer und Entsetzen habe ich heute Morgen die Bilder vom brennenden Lager Moria gesehen“, erklärte Bedford-Strohm am Mittwoch: „Das Ausmaß des Brandes lässt Schlimmes befürchten. Noch ist unklar, ob Menschen zu Tode gekommen sind. Meine Befürchtungen sind groß. Und meine Gebete intensiv.“

„Das Leid, das Tausende Menschen dort seit Monaten ertragen, lässt sich kaum in Worte fassen“, fügte Bedford-Strohm hinzu, der auch bayerischer Landesbischof ist. Seit langer Zeit sei auf die schlimmen Zustände in dem Lager hingewiesen und Abhilfe gefordert worden. „Trotzdem durften nur wenige Menschen das Lager verlassen. Die vollständige Überfüllung ist geblieben“, kritisierte der EKD-Ratsvorsitzende. Jetzt müsse den Menschen sofort und dauerhaft geholfen werden.

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RND/dpa/epd

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