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Festgenommene IS-Rückkehrerin: Was passiert mit ihren Kindern?

Eine IS-Anhängerin vor Gericht (Symbolbild).

Frankfurt/Main/Celle. Unmittelbar nach ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen ist eine mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz IS festgenommen worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Mittwoch berichtete, soll die 30-Jährige Teil eines sogenannten "Schwesternnetzwerks" gewesen sein. Unter einem "Schwesternnetzwerk" wird ein Netzwerk radikalisierter Frauen verstanden, die weitere Frauen für den IS gewinnen und in die Aktivitäten eingliedern.

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Die 30-Jährige war am Dienstagabend an Bord einer Turkish-Airlines-Maschine mit vier Kindern in Frankfurt eingetroffen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Gegen die Deutsch-Syrerin lag den Angaben zufolge ein Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Mitarbeiter des Jugendamtes nahmen die Kinder in Obhut.

Richter soll über Untersuchungshaft entscheiden

Die Frau soll im Dezember 2014 aus Niedersachsen nach Syrien gereist sein, um sich dem IS anzuschließen und dessen bewaffneten Kampf im syrischen Bürgerkrieg zu unterstützen. Von Syrien aus soll sie die Ausreise mehrerer Frauen aus Deutschland in das IS-Gebiet organisiert und dort die Heirat mit IS-Kämpfern vermittelt haben. Ein Haftrichter in Celle sollte im Laufe des Mittwoch entscheiden, ob die 30-Jährige in Untersuchungshaft kommt. Wie es mit den vier Kindern weiter gehen wird, war zunächst nicht zu erfahren.

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"Im Prinzip müssten alle diese Kinder psychologisch betreut werden", sagte Susanne Schröter, Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Universität, kürzlich über das Problem von Kindern, die aus IS-Gebieten zurück nach Deutschland kommen. "Zum Teil sind sie traumatisiert, weil sie Gewalt erfahren oder miterlebt haben, zum Teil sind sie selber schon gewalttätig geworden, weil der IS sehr kleine Kinder schon genötigt hat, an Tötungen und Folterungen teilzunehmen."

Sie haben enormen Einfluss auf die kommende Generation.

Susanne Schröter, Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Universität

"Anfangs hat man immer nur gesagt: Das sind Bräute, das sind Hausfrauen", sagte Schröter über die Frauen. "Mittlerweile gibt es Berichte, die sehr klar zeigen: Das sind Überzeugungstäterinnen." Strafrechtlich werde wohl nicht viel passieren, es sei denn, strafbare Handlungen könnten nachgewiesen werden. "Ein Teil dieser Frauen wird möglicherweise wieder in ihrer Familie verschwinden und nicht länger auffallen. Ein anderer Teil aber wird weiter machen", meinte Schröter. "Sie werden weiter Spenden sammeln, sie werden Ideologie transportieren. Und sie haben natürlich einen enormen Einfluss auf die kommende Generation."

Bereits im November war eine mutmaßliche IS-Anhängerin mit drei Kindern am Frankfurter Flughafen angekommen. Gegen die aus Mittelhessen stammende IS-Rückkehrerin wird nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte damit gedroht, weitere mutmaßliche IS-Anhänger nach Europa abzuschieben. Im November hatte die Türkei eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie mit Kontakt ins Hildesheimer Salafisten-Milieu nach Deutschland abgeschoben sowie zwei Frauen, die sich dem IS angeschlossen haben sollen. Eine der mutmaßlichen IS-Anhängerinnen war nach ihrer Abschiebung in Deutschland in Untersuchungshaft genommen worden.

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RND/dpa

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