Feier- und Fußballverbot wegen Corona? Bitte nicht!

  • Corona verunsichert die Bevölkerung, Veranstaltungen werden abgesagt, Schulen vorübergehend geschlossen.
  • Auch die Internationale Tourismusbörse in Berlin hat das Corona-Aus bereits erwischt. Die Leipziger Buchmesse und Bundesliga-Spiele finden nach aktuellem Stand aber weiter statt.
  • Gut so – oder geradezu fahrlässig? Ein Kommentar von Rasmus Buchsteiner.
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Berlin. Vergangene Woche hat Gesundheitsminister Jens Spahn noch erklärt, Deutschland stehe am Beginn einer Corona-Epidemie. Die Fallzahlen mögen sich inzwischen mehr als verdreifacht haben, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Behörden sprechen allerdings von einem “dynamischen Geschehen” und rechnen mit noch mehr Infektionen.

Manch einer wundert sich, dass zwar die Internationale Tourismusbörse in Berlin abgesagt wird, nicht aber die Buchmesse in Leipzig oder Fußballspiele. Unverändert fahren Züge durchs Land. In Discos und Clubs wird weiter getanzt, geschwitzt und geknutscht. Gut so – oder geradezu fahrlässig?

Deutschland von einem Tag auf den anderen abzuriegeln, das öffentliche Leben so wie in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, dem mutmaßlichen Ausgangspunkt des Erregers, nahezu zum Erliegen zu bringen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt eine Überreaktion – und würde eher für zusätzliche Verunsicherung sorgen als dafür, dass sich ein Gefühl von Sicherheit verbreitet.

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Jeder Einzelne kann entscheiden

Welche Veranstaltung besser abgesagt wird und welche nicht, sollte letztlich vor Ort entschieden werden. Die Vorgaben der Bundesregierung dazu sind klar genug. Sie empfehlen Absagen, wenn eher mit einem internationalen Publikum zu rechnen ist, oder man viele Besucher erwartet, die wie Ältere zu den besonders Gefährdeten gezählt werden.

Bisher stufen die Experten in Deutschland die Gefahr durch Corona so ein wie die einer mittelschweren bis schweren Grippewelle. Und mal ehrlich: Wegen einer Grippe ist noch niemand auf die Idee gekommen, Feiern, Feste und Fußball plötzlich zu verbieten. Hinzu kommt, dass auch der Einzelne sich entscheiden kann, wann und in welchem Maß er oder sie sich in Menschenmengen begibt.

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