FDP will repräsentative Viruslast- und Antikörperstudien

  • Die FDP dringt darauf, dass es in der Corona-Krise so wenige Einschränkungen wie möglich geben soll.
  • Aber gerade für eine solche Politik brauche es eine verlässliche Datenlage.
  • In einem Antrag fordert die FDP-Fraktion jetzt, repräsentative Viruslast- und Antikörpertests vorzunehmen - alle 14 Tage.
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Berlin. Die FDP-Bundestagsfraktion fordert, so schnell wie möglich regelmäßig repräsentative Viruslast- und Antikörperstudien durchzuführen. So solle die Ausbreitung des Coronavirus „sowohl deutschlandweit als auch in den Regionen“ nachverfolgt werden, heißt es in einem Antrag der Bundestagsfraktion, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Um die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft so weit wie möglich aufheben zu können, müsse „in regelmäßigen Abständen, etwa von vierzehn Tagen, eine repräsentative Testung der Bevölkerung in Deutschland durchgeführt werden“, heißt es in dem Antrag. Dabei müssten auch regionale Unterschiede erfasst werden.

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Die Bedeutung der Zahlen

„Hierbei sollen sowohl Viruslast-Tests als auch Antikörper-Tests verwendet werden“, schlägt die FDP-Fraktion vor. „Hierdurch würde die Anzahl der infizierten Personen in der Gesamtbevölkerung festgestellt und über längere Zeiträume analysiert werden.“ Solche repräsentativen Zahlen seien für Entscheidungen über die Lockerung von Schutzmaßnahmen von zentraler Bedeutung.

„Die vielen Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zusammenhang mit Covid-19 beruhen auf einer sehr unsicheren Datenlage“, sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Wieland Schinnenburg dem RND. „Die Bundesregierung agiert hier teilweise im Blindflug“, sagte er. „Die Schaffung einer verlässlichen Datenlage zur Ausbreitung von Covid-19 ist längst überfällig.“

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Das Thema Obduktion

Mit ihrem Antrag will die FDP-Fraktion die Bundesregierung auch auffordern, „sich dafür einzusetzen, dass alle Personen obduziert werden, deren Todesursache im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus stehen könnte, und dafür zu sorgen, dass die entstehenden Kosten erstattet werden“. Die so gewonnenen Daten sollten der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zeitnah zur Verfügung gestellt werden.

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„Mit repräsentativen Tests könnte schnell festgestellt werden, ob die bestehenden Schutzmaßnahmen verhältnismäßig sind oder ob weitere Lockerungen möglich und nötig sind“, sagte Schinnenburg.

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