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FDP fordert in Brief an Spahn: Blutspendeverbot für Schwule muss weg

Blutspenden sind auch und gerade in der Corona-Krise wichtig.

Blutspenden sind auch und gerade in der Corona-Krise wichtig.

Berlin. Angesichts der Aufrufe zum Blutspenden in der Corona-Krise fordert die FDP in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer abzuschaffen. „Kein Corona-Patient soll sterben müssen, weil das pauschale Blutspendeverbot zu spät aufgehoben wurde“, heißt es in dem Schreiben der FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg und Katrin Helling-Plahr, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Auch im Kampf gegen die sich weiterhin rasch ausbreitende COVID-19-Pandemie kann die Spende von Blut und Blutbestandteilen bedeutend sein.

Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Die Sicherstellung der Versorgung mit überlebenswichtigen Blutpräparaten sei gerade in der Krise eine Herausforderung, argumentieren die Abgeordneten. „Blutspenden helfen in Notfällen Leben zu retten und dienen häufig dazu, lebenswichtige Arzneimittel herzustellen“, schreiben Brandenburg und Helling-Plahr. Sie ergänzen: „Auch im Kampf gegen die sich weiterhin rasch ausbreitende COVID-19-Pandemie kann die Spende von Blut und Blutbestandteilen bedeutend sein.“

Plasmaspenden bereits genesener COVID-19-Patienten hätten „nach ersten Erkenntnissen das Potenzial, Menschen vor einer Infektion zu schützen oder schwererkrankte Patienten in der Genesung zu unterstützen“. In China habe es entsprechende erfolgreiche Versuche gegeben, heißt es in dem Brief. Testreihen seien auch in Deutschland und den USA geplant. „Doch auch dazu werden ausreichend Spenden bereits genesener Personen benötigt.“

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Eindringliche Bitte

Die FDP-Abgeordneten kritisieren: „Homo- und bisexuellen Männern bleibt es jedoch weiterhin weitestgehend untersagt, Blut zu spenden.“ Die “lebensfremde Voraussetzung” von 12 Monaten Enthaltsamkeit gehe weit über medizinische Notwendigkeiten hinaus. „Entscheidend für ein Infektionsrisiko ist nicht die sexuelle Identität eines Menschen, sondern das tatsächliche Risikoverhalten“, also ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern.

„Daher bitten wir Sie, die ‘Richtlinie Hämotherapie’ und die vor jeder geleisteten Blutspende durchgeführte Spenderbefragung kurzfristig so zu überarbeiten, dass die medizinische Beurteilung zur sicheren Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen nicht mehr im Kern von der sexuellen Identität abhängig gemacht wird“, schreiben die FDP-Abgeordneten an den Ärztepräsidenten. Den Bundesgesundheitsminister fordern sie auf, entsprechend auf die Bundesärztekammer einzuwirken.

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