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FDP warnt vor hohen Sanierungskosten für Erben von Ein- und Zweifamilienhäusern

  • Viele Eigenheime sind derzeit von Sanierungspflichten zum Klimaschutz ausgenommen.
  • Erst bei einem Eigentümerwechsel kommen kostspielige Sanierungen auf die neuen Besitzer zu.
  • Das könnte in den nächsten Jahren viele Erbinnen und Erben von Ein- und Zweifamilienhäusern treffen, warnt die FDP.
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Berlin. Auf viele Erbinnen und Erben von Ein- und Zweifamilienhäusern werden in den nächsten Jahren hohe Sanierungskosten zur Einhaltung von Klimaschutzstandards zukommen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zum Stand der Gebäudesanierung hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Viele Wohnhäuser nutzen demnach veraltete öl- und gasbefeuerte Verbrennungssysteme zur Beheizung. Öl- und Gasheizungen, die vor 1991 eingebaut wurden, dürfen laut dem Gebäudeenergiegesetz nicht mehr verwendet werden, solche die ab 1991 eingebaut wurden, dürfen spätestens 30 Jahre nach Einbau nicht mehr betrieben werden. Von dieser Regel sind jedoch Ein- und Zweifamilienhäuser ausgenommen, in denen die Eigentümerinnen und Eigentümer am Stichtag 1. Februar 2002 selbst gewohnt haben.

Sanierungspflicht für neue Eigentümer

Ähnliche Ausnahmen für Eigenheime gibt es auch bei Vorschriften zur Wärmedämmung. Kostspielige Sanierungen werden in diesen Fällen erst nach einem Eigentümerwechsel fällig – treffen also etwa die Erbinnen und Erben.

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Der Bundesregierung liegen zwar keine Daten darüber vor, bei wie vielen Gebäuden in den kommenden Jahren durchschnittlich ein Eigentumswechsel ansteht. Jedoch sind mehr als 30 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern laut Zahlen der Bundesregierung über 65 Jahre alt. Viele von ihnen werden ihre Immobilien in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vererben.

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Die FDP warnt nun vor hohen Kosten, die auf Erbinnen und Erben zukommen: „Wer das Klima schützen will, der muss auch sagen, wen es trifft und was es kostet. So viel Ehrlichkeit muss sein“, sagte der FDP-Abgeordnete Hagen Reinhold dem RND.

„SPD und CDU trauen sich das nicht. Sie verpflichten die Kinder der Ein- und Zweifamilienhausbesitzer und junge Familien, die ein Haus kaufen, versteckt zur Sanierung.“

„So eine Politik zwingt die Bürgerinnen und Bürger zum Neubau“, sagte Reinhold. Die Bundesregierung müsse jedoch den Bestand in den Mittelpunkt stellen. „Wir brauchen CO₂-neutrale Energie zum Heizen, Effizienzsteigerungen bei den Bestandsgebäuden und Vorgaben zu energetischen Sanierungen, die niemanden überfordern und stattdessen Lust darauf machen, in das Eigenheim zu investieren.“

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