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FDP-Vize Kubicki zur Debattenkultur: Twitter ist nicht die Realität

  • Das Internet und die sozialen Medien haben den öffentlichen Diskurs stark verändert.
  • Bundestagsvizepräsident und FDP-Vize Wolfgang Kubicki warnt jüngere Abgeordnete, sich nicht nur Selbstbestätigung aus der eigenen Blase zu ziehen.
  • Politiker dürften das, was sie in den sozialen Medien erleben, nicht mit der normalen Welt verwechseln.
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Berlin. Gerade wird in den sozialen Netzwerken leidenschaftlich über eine vom WDR-Kinderchor als Satire gesungene Parodie auf das Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ debattiert – und die darin enthaltene Zeile „Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau“. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte das Lied auf Twitter kritisiert.

Bundestagsvizepräsident und FDP-Vize Wolfgang Kubicki warnt jedoch davor, Twitter mit der Realität zu verwechseln. „Jüngere Abgeordnete sind ständig in den sozialen Medien unterwegs. Ich warne meine Kollegen immer davor, dass sie das, was sie dort erleben, mit der normalen Welt verwechseln“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es reicht nicht, sich seine Selbstbestätigung ausschließlich aus einer kleinen Blase zu ziehen, die ähnlich tickt wie man selbst“, sagte Kubicki. „Die Realität besteht nicht nur aus Twitter.“

Die Wucht des Hasses

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Zum ungefilterten Hass, der Politikern teils im Internet entgegenschlägt, sagte Kubicki, früher hätten die Menschen einen Brief schreiben müssen. „Jetzt können Schmähungen und Beleidigungen von jedem Menschen in der ganzen Welt gelesen werden. Das hat natürlich eine ganz andere Wucht.“

Der Bundestagsvizepräsident bezweifelte allerdings, dass das Ansehen von Politikern je wesentlich besser gewesen sei. „Die Ausnahme sind Krisensituationen. Helmut Schmidt war nach der Geiselbefreiung in Mogadischu der große Held“, sagte Kubicki. Ansonsten sei Schmidt auch er erst nach Ende seiner Amtszeit verehrt worden. Klar sei, dass die Achtung vor Institutionen generell abgenommen habe. „Auch Polizeibeamte und Rettungskräfte müssen sich in Deutschland oft beschimpfen lassen“, sagte der FDP-Vize. „Das ist eine gefährliche Entwicklung.“

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