Exlusive Forsa-Umfrage zeigt schweren Schaden

FDP-Image als Partei für den Mittelstand in Ampel ramponiert

Ein Plakat mit FDP-Chef Christian Lindner.

Ein Plakat mit FDP-Chef Christian Lindner.

Berlin. Das Image der FDP als wichtige Klientelpartei für den Mittelstand hat einer Umfrage zufolge in der Ampelkoalition schweren Schaden erlitten. Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger (67 Prozent) sowie der FDP-Abwanderer (68 Prozent) und sogar drei Viertel der Selbstständigen (75 Prozent) lasten der Partei von Christian Lindner an, dass sie die Interessen ihrer mittelständischen Kernwählerinnen und -wähler in der Bundesregierung nicht in ausreichendem Maße vertritt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) hervor. Unter den FDP-Anhängern finden 47 Prozent, dass die Partei mehr für Handwerker, Kleinunternehmer, Freiberufler und leitende Angestellte tun müsste.

Zweifel am Durchhalten der Ampel bis 2025

42 Prozent der FDP-Anhänger glauben, dass die Koalition aus SPD, Grünen und FDP vor Ende der Legislaturperiode 2025 auseinanderbrechen wird. Bei den Grünen teilen diese Meinung nur 13 und bei der SPD 15 Prozent. 43 Prozent aller Befragten sehen die Regierungsfähigkeit der Ampel durch den Atomstreit zwischen FDP und Grünen gefährdet, mit einem Bruch der Koalition rechnen 33 Prozent.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Machtwort von Bundeskanzler Olaf Scholz, alle drei letzten Atommeiler statt nur zwei von ihnen noch bis Mitte April 2023 weiterlaufen zu lassen, entspricht 62 Prozent aller Befragten zufolge eher den Vorstellungen der FDP.

Sie hatte darauf gedrungen, alle drei Meiler bis 2024 am Netz zu lassen. Die Grünen hatten das Aus für das AKW Emsland zum 31. Dezember gefordert und sich trotz des vereinbarten Atomausstiegs bis Jahresende zum Weiterbetrieb der beiden Reaktoren im Süden Deutschlands bereiterklärt. Auch 55 Prozent ihrer Anhänger finden, dass Scholz´ Entscheidung mehr der FDP zugutekommt. „Ideologische Verbohrtheit“ lasten 59 Prozent aller Befragten den Grünen an.

Als „ideologisch verbohrt“ gelten die Grünen

Die Mehrheit der Befragten (57 Prozent) macht die Bundes-FDP für die Verluste der Partei bei den Landtagswahlen in diesem Jahr verantwortlich. Bei den FDP-Anhängern selbst sind immerhin 40 Prozent dieser Auffassung. 54 Prozent sehen die Gründe dagegen in dem Zustand der jeweiligen Landesverbände.

Bundeskanzler Olaf Scholz (von links, SPD), Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (von links, SPD), Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dass Christian Lindner der richtige Vorsitzende für die FDP ist, finden 79 Prozent ihrer Anhänger. Von den Menschen, die der FDP den Rücken gekehrt, sieht das die Hälfte (51 Prozent) so. Nur 12 Prozent aller Befragten sehen einen Vorteil für die FDP darin, dass Lindner anders als Scholz und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) neben seinem Regierungsamt auch Parteichef ist. Bei den FDP-Anhängern sind es 37 Prozent.

Forsa befragte vom 21. bis zum 24. Oktober 1009 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3 Prozentpunkten.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 
Deutschland
 

Letzte Meldungen