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  • FDP: Kuhle, Vogel, Strack-Zimmermann – wie lange schweigen die Lindner-Kritiker?

Die zweite Reihe: Drei Lindner-Kritiker im Kurzporträt

  • Mit öffentlicher Kritik an Parteichef Christian Lindner halten sie sich – noch – zurück.
  • Doch Abgeordnete wie Konstantin Kuhle, Johannes Vogel und Marie-Agnes Strack-Zimmermann sind sich in einem Punkt einig.
  • Die Liberalen sollen wieder mehr in die Mitte rücken – und auch gegenüber Grünen und SPD besser anschlussfähig sein.
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Konstantin Kuhle (31) aus Niedersachsen sammelt derzeit in aller Ruhe Punkte – und wartet auf seine Zeit. Der Innenexperte der FDP-Bundestagsfraktion meidet bislang den offenen Konflikt mit Lindner. Allerdings summieren sich diverse Differenzen zwischen den beiden mittlerweile zu einer langen Liste. Als Lindner mit Blick auf Greta Thunberg sagte, Klimaschutz solle man lieber Profis überlassen, lobte Kuhle das Engagement der Schülerin.

Als Lindner aus formalen Gründen die Wahl der AfD-Kandidatin Mariana Harder-Kühnel zur Bundestagsvizepräsidentin unterstützte, stellte Kuhle sich quer – die Wahl scheiterte. Kuhle widersprach auch, als Lindner sagte, die FDP stehe im unionsinternen Streit ums Asylrecht “näher bei der CSU als bei Frau Merkel”. Mit den Grünen trifft sich Kuhle regelmäßig in vertraulichen Runden. Von Beruf ist er Anwalt in einer Kanzlei in Hannover.

Johannes Vogel (38) aus NRW, Arbeitsmarktexperte der FDP-Bundestagsfraktion, hat die Mitte fest im Blick. Bei der NRW-Landtagswahl hatte die FDP 12,6 Prozent geholt, mehr denn je – und von keiner Partei so viele Wähler gewinnen können wie von der SPD. Vogel will daraus strategische Konsequenzen ziehen und gezielt Arbeitnehmer ansprechen. Dazu gehörten “die Erneuerung des Aufstiegsversprechens” und ein “Midlife-Bafög”.

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Die FDP müsse allen ein Angebot machen, “auch der Facharbeiterin, die den Aufstieg durch Bildung schaffen will”. Manche in Berlin sehen Vogel als Lindners möglichen neuen Generalsekretär.

Hat die Mitte fest im Blick: Johannes Vogel (38), Arbeitsmarktexperte aus NRW. © Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/
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Anders als Amtsinhaberin Linda Teuteberg ist Vogel jedoch nicht aus dem Osten. Und er wäre ein weiterer Mann an der Spitze. Neuerdings wird daher auch das bislang Undenkbare gedacht: Kommt vielleicht anstelle von Lindner ein anderer Vorsitzender infrage, männlich und aus dem Westen?

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (62) ist Verteidigungsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion – will aber bei der Kommunalwahl am 13. September in Düsseldorf Oberbürgermeisterin werden. Als Abgeordnete holte sie in Düsseldorf bereits bundesweit herausragende Wahlergebnisse. Die unkonventionelle Frau, privat oft auf einem BMW-Motorrad unterwegs, pflegt eine klare Sprache: “Ich mag es direkt.”

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Als FDP-Generalsekretärin Teuteberg vor “deutschen Alleingängen” im Umgang mit Flüchtlingskindern auf griechischen Inseln warnte, widersprach “MASZ”: Es sei einfach unerträglich, kleine Kinder im Dreck sitzen zu sehen.

Eine alles andere als schüchterne sozialliberale Stimme im FDP-Bundesvorstand: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Verteidigungsexpertin im Bundestag – und neuerdings OB-Kandidatin in Düsseldorf.

Dem FDP-Mann Thomas Kemmerich, der an der Seite der AfD gegen Corona-Beschränkungen marschierte, riet Strack-Zimmermann, aus der FDP auszutreten. Im FDP-Bundesvor­stand gilt sie als eine – alles andere als schüchterne – sozialliberale Stimme.

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