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  • FDP: Deutschland braucht Liberalismus, aber eine andere liberale Partei

Das Land braucht die FDP - aber eine andere

  • Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, dass eine Partei unsere Freiheiten und Bürgerrechte besonders im Blick hat.
  • Dennoch liegt die FDP in Umfragen kaum oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde.
  • Parteichef Christian Lindner trifft nicht den richtigen Ton, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Christian Lindner hat denselben Fehler nicht zweimal gemacht: Er wäre als FDP-Chef fast gestürzt, als Thomas Kemmerich sich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen ließ. Damals griff Lindner verspätet ein. Als Kemmerich jetzt – unter Verletzung aller möglichen Abstandsregeln – mit Verschwörungstheoretikern und AfD-Politikern für eine andere Corona-Politik demonstrierte, hat Lindner ihn rasch zurechtgewiesen.

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Dass Lindner den Mindestanforderungen derzeit gerecht wird, heißt noch nicht, dass er seine Sache gut macht. Und das ist schade. Gerade in Zeiten von Corona bräuchte das Land eine kluge liberale Kraft, die so besonnen wie entschieden die Debatte darüber führt, wann und wie wir Freiheiten zurückbekommen können, die in der Pandemie eingeschränkt wurden.

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Das Problem in der Krise

Lindners Problem: Er agiert zu nervös. Lindner ist seit 2013 FDP-Vorsitzender, und eigentlich weiß er genau: Auf dem Höhepunkt großer Krisen ist es gelegentlich schwierig für Oppositionsparteien durchzudringen. Darauf reagiert ein Parteichef am besten mit Ruhe, Beharrlichkeit und inhaltlich überzeugender Arbeit. Seriosität zahlt sich auf Dauer aus.

Video
RND-Videoschalte zur Telefonkonferenz der Kanzlerin: Tobias Peter im Gespräch mit Tim Szent-Ivanyi
9:05 min
"Mehr Entscheidungsverantwortung an die Bundesländer" – so lautet die Losung des Tages. Eine Analyse des RedaktionsNetzwerk Deutschland.  © Tobias Peter/RND

Der FDP-Chef fand dagegen wie zuvor schon bei den Klimaprotesten der Schüler von “Fridays for Future“ nicht den richtigen Ton. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, die Bundesregierung spreche zu den Bürgern “wie zu Kindern, die man im Unklaren lässt“. Das klang wie das Lärmen eines Kindes, das unbedingt gehört werden möchte.

Die Demokratie braucht einen Anwalt der Freiheit. Warum liegt die FDP in Umfragen trotzdem nur bei 5, 6 Prozent? In Zeiten der Pandemie muss auch der Anwalt der Freiheit zeigen: Es gibt ein ernsthaftes Ringen, eine echte Abwägung von Freiheit und Gesundheit. Der Liberalismus des Christian Lindner kommt zu grob daher. Das Land braucht die FDP – aber eine andere.


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