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FDP-Chef Lindner will „Kleinstaaterei bei der Bildung“ beenden

  • Es ist ein Paukenschlag: Obwohl Union und SPD das Projekt im Koalitionsvertrag vereinbart haben, lässt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Verhandlungen über einen Nationalen Bildungsrat platzen.
  • FDP-Chef Christian Lindner kritisiert, es sei „eine deutsche Lebenslüge, dass Kleinstaaterei bei der Bildung die Qualität steigern würde“.
  • Der Deutsche Philologenverband sieht die Kultusministerkonferenz unter Druck.
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Berlin. Die FDP fordert nach dem Ausstieg Bayerns aus den Verhandlungen über einen Nationalen Bildungsrat eine Reform des deutschen Bildungsföderalismus. „Es ist eine deutsche Lebenslüge, dass Kleinstaaterei bei der Bildung die Qualität steigern würde“, sagte FDP-Chef Christian Lindner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich verstehe, wenn Bayern und Baden-Württemberg nicht auf das Niveau von Bremen runter wollen“, sagte Lindner. „Tatsächlich sollte sich Deutschland insgesamt aber wieder an der Weltspitze orientieren.“

Der FDP-Chef betonte: „Das Veto aus dem Süden wirft uns zurück.“ Gebraucht würden „mehr Vergleichbarkeit und gemeinsame Bildungsstandards, die wettbewerbsfähig gegenüber den USA und Asien sind“. International habe selbst Bayern Aufholbedarf.

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„Statt der Rolle rückwärts brauchen wir eine Reform des Bildungsföderalismus, damit nicht alle 16 Länder permanent das Rad neu erfinden“, forderte Linder. „Ein Zentralabitur und andere gemeinsame Schulabschlüsse dürfen dabei kein Tabu sein.“

Deutscher Philologenverband fordert mehr Vergleichbarkeit

Die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, sieht die Kultusministerkonferenz jetzt unter Handlungsdruck. „Nachdem Bayern und Baden-Württemberg ausgestiegen sind, ist der Nationale Bildungsrat tot“, sagte sie dem RND. „Die Konsequenz ist: Jetzt erhöht sich der Druck auf die Kultusministerkonferenz. Sie muss für höhere Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse zwischen den Ländern sorgen“, fügte sie hinzu. In ihrer Dezembersitzung müsse die Kultusministerkonferenz den Bildungsstaatsvertrag verabschieden, der das sicherstellt, sagte sie.

„Der Deutsche Philologenverband fordert daher, dass in dieser Sitzung beschlossen wird, dass die Bundesländer nun mindestens 50 Prozent ihrer Abituraufgaben der Fächer mit Bildungsstandards aus dem Abiturprüfungspool entnehmen“, sagte Lin-Klitzing. Bislang geschehe die Entnahme nur freiwillig. „Wir fordern zudem, dass endlich die Anzahl der Kursnoten, die zwei Drittel der Abiturnote ausmachen, von minimal 32 Kursnoten auf 40 Kursnoten für alle Bundesländer erhöht wird“, sagte die Chefin des Philologenverbandes. „Das wäre ein deutlicher Schritt hin zu mehr Vergleichbarkeit des Abiturs auf höherem Niveau! Das wollen wir!“

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