FDP-Chef Lindner giftet erneut gegen Siemens-Chef Kaeser

  • Liberalen-Chef Christian Lindner wirft Siemens-Chef Joe Kaeser in Bezug auf den Umgang mit China Doppelmoral vor.
  • Man könne nicht US-Präsident Trump als Rassisten bezeichnen und gegenüber den Chinesen zur Zurückhaltung mahnen.
  • Lindner sieht durch das Scheitern von Jamaika im Bund 2017 einen nachhaltigen Vertrauensverlust für seine Partei.
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Berlin. FDP-Chef Christian Lindner hat Siemens-Chef Joe Kaeser erneut harsch kritisiert. „Herr Kaeser nennt Donald Trump einen Rassisten. Aber gegenüber der chinesischen Regierung, die Minderheiten unterdrückt und in Hongkong Signale der Repression sendet, mahnt er zur Zurückhaltung“, sagte Lindner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Das sind Doppelstandards, die ich nicht akzeptiere“, fügte er hinzu. „Es ist eine Frage der Selbstachtung, dass wir uns zu unseren Werten bekennen“, sagte Lindner. Kaeser war Teil der Delegation beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche.

Im Interview mit dem RND hatte der Siemens-Chef gesagt: „Wenn Arbeitsplätze in Deutschland davon abhängen, wie wir mit brisanten Themen umgehen, dann sollte man nicht die allgemeine Empörung verstärken, sondern überlegt die Positionen und Maßnahmen in allen Facetten abwägen.“

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Mit Blick auf die 2017 gescheiterten Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen sieht der FDP-Chef heute einen nachhaltigen Vertrauensverlust für seine Partei. „Bei den über 60-Jährigen haben wir deshalb Vertrauen verloren“, sagte er dem RND. „Da gibt es Skepsis, weil wir einmal nicht Koalitionspartner der Union geworden sind.“ Er fügte hinzu: „Das Jamaika-Thema wird bis zur nächsten Wahl und danach bleiben.“

Zur Erläuterung sagte Lindner: „Wir hatten 2017 die Wahl zwischen zwei schlechten Entscheidungen. Hätten wir Jamaika gemacht, dann hätten wir nichts von unseren Inhalten umsetzen können. Gleichzeitig war mir bewusst, dass sich alle über Jahre an uns abarbeiten würden, wenn wir Jamaika nicht machen.“ Der FDP-Chef sagt: „Am Ende haben wir uns für den harten Weg entschieden.“

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