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Mord an Jamal Khashoggi

Türkei gibt Prozess um Journalisten-Ermordung an Saudi-Arabien ab

Archivbild, 01.02.2015, Bahrain, Manama: Der saudische Journalist Jamal Khashoggi spricht während einer Pressekonferenz. Der Prozess im Khashoggi-Mord wird ausgesetzt und an Saudi-Arabien überwiesen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Überweisung nach Saudi-Arabien mit der Begründung empfohlen, das Verfahren werde in der Türkei wohl ergebnislos bleiben.

Istanbul. Das Gerichtsverfahren zur Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Türkei wird ausgesetzt und der Prozess an Saudi-Arabien überwiesen. Das entschied ein türkisches Gericht am Donnerstag. Das Verfahren war in Abwesenheit von 26 saudischen Staatsangehörigen geführt worden, denen die grausame Ermordung des Kolumnisten der „Washington Post“ vorgeworfen wurde.

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Die Staatsanwaltschaft hatte eine Überweisung nach Saudi-Arabien vergangene Woche mit der Begründung empfohlen, das Verfahren werde in der Türkei wohl ergebnislos bleiben. Das Justizministerium unterstützte die Empfehlung und erklärte, das türkische Gericht könne das Verfahren wieder aufnehmen, falls es mit den Ergebnissen eines Prozesses in Saudi-Arabien unzufrieden sei.

US-Geheimdienste: Saudischer Kronprinz genehmigte Khashoggi-Operation

Der Journalist Jamal Khashoggi war im Oktober 2018 von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden.

Menschenrechtsgruppen warnten vor einer Verlegung des Falls in das Königreich. Dies werde zu einer Vertuschung der Tötung führen, durch die der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman unter Verdacht geriet. „Indem die Türkei den Fall eines Mordes, der auf ihrem Territorium begangen wurde, weiterleitet, schickt sie den Fall wissentlich und willentlich zurück in die Hände derer, die die Verantwortung tragen“, sagte die Generalsekretärin von Amnesty International, Agnes Callamard. Es sei klar, dass ein saudisches Gericht keine Gerechtigkeit herbeiführen könne. Auch Human Rights Watch kritisierte die Entscheidung des türkischen Gerichts.

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Khashoggi war am 2. Oktober 2018 ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Dokumente für die Heirat mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Er kam aber nie lebend heraus. Nach Angaben türkischer Behörden wurde Khashoggi von einem aus Saudi-Arabien angereisten Agententeam brutal ermordet. Der Journalist hatte im US-Exil gelebt und kritische Texte über die saudische Königsfamilie geschrieben.

Die Entscheidung des türkischen Gerichts fällt in eine Zeit des wirtschaftlichen Abschwungs in der Türkei, in der sich das Land darum bemüht, seine belasteten Beziehungen zu Saudi-Arabien und einer Reihe anderer Länder in der Region zu reparieren. Einige Medien berichteten, Riad habe verbesserte Beziehungen davon abhängig gemacht, dass die Türkei das Verfahren gegen die Saudis fallen lasse.

RND/AP

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