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Mehr Impftote als Corona-Opfer? AfD-Politiker verbreitet falsche Zahlen im Bundestag

  • Sind seit Februar mehr Jugendliche infolge der Impfung als an Corona gestorben?
  • Das hat zumindest der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert am Donnerstag im Bundestag behauptet.
  • Seine dafür vorgetragenen Zahlen sind aber eindeutig falsch - ein Faktencheck.
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Berlin. Seit Beginn der Impfkampagne versuchen einige Menschen, die Covid-Impfung mit Falschinformationen zu diskreditieren. Auch manch ein Politiker verbreitet falsche Zahlen zu Nebenwirkungen - so der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert am Donnerstag im Bundestag.

Behauptung: Seit Februar seien mehr Jugendliche infolge der Impfung als an Corona gestorben.

Bewertung: Falsch.

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Fakten: Das Robert Koch-Institut (RKI) führt Covid-19-Todesfälle gestaffelt nach Altersgruppen und Kalenderwochen auf. Seit Februar hat es unter den 10- bis 19-Jährigen tatsächlich sehr wenige solcher Todesfälle gegeben.

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Das RKI merkt an, dass es aus Datenschutzgründen die Werte 1, 2 und 3 in einer Kalenderwoche einheitlich als „<4“, also „kleiner 4“, angibt. Wenn man hier jeweils den kleinsten möglichen Wert annimmt, also einen Fall, kommt man bei den 10- bis 19-Jährigen auf mindestens zwölf Covid-19-Todesfälle zwischen 1. Februar und 24. Oktober 2021.

Fünf Verdachtsfälle bis Ende September

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Mögliche Nebenwirkungen nach Covid-19-Impfungen werden in Deutschland dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Es veröffentlicht regelmäßig Berichte dazu. Laut dem jüngsten Report gab es für den Zeitraum bis zum 30. September 2021 fünf Verdachtsmeldungen zu einem tödlichen Ausgang bei Jugendlichen. Aber: In keinem dieser Verdachtsfälle habe das PEI einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung als möglich oder wahrscheinlich eingeschätzt, teilte PEI-Präsident Klaus Cichutek der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit.

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Bei einem im Oktober kurz nach der zweiten Impfung verstorbenen Jugendlichen bestand nach Angaben des PEI eine besonders schwere, impfunabhängige Vorerkrankung des Herzens. Die Impfung sei nicht als alleiniger Auslöser des tödlichen Ausgangs zu sehen, so das Institut. Dem PEI sei bisher kein vergleichbarer Fall berichtet worden. Nach Angaben des RKI sind mittlerweile zwei Millionen Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren vollständig geimpft.

RND/dpa

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