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Fahrradclub ADFC warnt vor “Super-Stau” in deutschen Großstädten

  • In der Corona-Krise steigen immer mehr Menschen von Bus und Bahn auf ihr Auto um.
  • Der Fahrradclub ADFC warnt deshalb vor massiven Staus in deutschen Großstädten.
  • Deshalb müssten die Kommunen schnell ihre Radwegenetze ausbauen.
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Berlin. Der Fahrradclub ADFC befürchtet im Zuge der schrittweisen Lockerungen der Corona-Beschränkungen einen "Super-Stau" in Großstädten. Weil Busse und Bahnen wegen der Abstandsregeln noch lange nicht mit voller Auslastung fahren könnten, würden Hunderttausende bisheriger Nutzer auf das Auto umsteigen, warnte der ADFC am Mittwoch. Deswegen müssten nun schnell attraktive Alternativen geschaffen werden. Die Kommunen müssten ihr Radwegenetze ausbauen.

"Schon vor der Krise ging in der Rushhour fast nichts mehr", so ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. "Das wird sich zuspitzen, wenn es nicht gelingt, sehr viel mehr Menschen für die Mobilität mit dem Rad oder zu Fuß zu motivieren." Kommunen müssten jetzt die Gelegenheit nutzen, ihre langfristigen Radinfrastruktur-Konzepte mit Farbe und Baustellenbaken vorläufig umzusetzen und dann im zweiten Schritt solide durchzuplanen und zu bauen.

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Berlin als Positivbeispiel

Berlin mache vor, dass dies gehe. In der Hauptstadt wurden zusätzliche, sogenannte Pop-up-Radwege auf Straßen ausgewiesen. Der ADFC plane für den 23. Mai einen bundesweiten “Aktionstag Popup-Radspuren”, gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Auch Greenpeace hatte bereits vor einem Auto-Kollaps in Städten gewarnt. Aus Sorge vor Ansteckungen mieden viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel, die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen seien eingebrochen - und mehr Strecken würden mit dem Auto gefahren, hieß es in einer Kurzstudie. Städte müssten mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger schaffen - um zu verhindern, dass Menschen wieder in ihr Auto gezwungen würden. Deutsche Städte sollten Beispielen wie Berlin, Brüssel, Mailand oder Paris folgen und schnell Platz vom Autoverkehr nehmen und in mehr Radwege, Fußgängerzonen und Spielstraßen umwandeln.

RND/dpa

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