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Extinction Rebellion will Berlin lahmlegen - mit bekannten Unterstützern

  • Die radikale Schwester der Fridays-for-Future-Bewegung will kommende Woche Straßen und Plätze in der Hauptstadt blockieren.
  • Ihr Ziel: Die Bundesregierung soll den Klimanotstand ausrufen und bis 2025 die Treibhausgas-Emissionen auf Null senken.
  • Prominente wie Christian Ulmen, Anna Loos und Bela B unterstützen die Forderungen nun mit einen offenen Brief.
Sebastian Stein
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Berlin. Dieses Mal wird es kein Freitag sein. Die Klima-Aktivisten um Extinction Rebellion kündigen für die ganze Woche ab dem 7. Oktober umfangreiche Blockaden in der Hauptstadt an. "Wir müssen jetzt den Alltag der Hauptstadt stören, damit die Politik uns zuhört", heißt es in dem Aufruf. Hunderte seien bereit, sich festnehmen zu lassen. Die Aktionen sind Teil einer von der Gruppe ausgerufenen weltweiten Rebellionswelle, darunter London, Paris, New York und Sydney. In Berlin wollen die Aktivisten zudem ab Sonnabend neben dem Kanzleramt ein Protestcamp aufbauen, bei dem die Organisatoren mehrere Tausend Teilnehmer erwarten.

Was ist Extinction Rebellion und wie radikal ist die Gruppe?

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Extinction Rebellion - kurz XR und zu deutsch etwa "Rebellion gegen das Aussterben" - ist der radikalere Teil der Klimabewegung. Anders als Fridays for Future agieren die Aktivisten vornehmlich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams - sie organisieren Sitzblockaden, um den motorisierten Verkehr zu stoppen und wollen so die Regierung von ihren Zielen überzeugen. Die Bewegung stammt aus Großbritannien und hat mittlerweile Ableger und Ortsgruppen in vielen Ländern der Welt. Wie groß die Bewegung genau ist, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. "Wir handeln aus Liebe zum Leben und für eine lebenswerte Zukunft aller Lebewesen auf diesem Planeten", lautet die Selbstbeschreibung der Gruppe. Extinction Rebellion hat sich der strikten Gewaltfreiheit verschrieben.

Und so agieren die Aktivisten bislang auch. Beim weltweit größten Klimaprotest am 20. September blockierte Extinction Rebellion zwar für mehrere Stunden den Potsdamer Platz in Berlin. Auseinandersetzungen mit der Polizei blieben jedoch aus. Ähnlich sah es in anderen Städten aus. Es ist der Versuch, zivilen Ungehorsam in die bürgerliche Mitte zu transportieren. In die Quere kommen der Bewegung dabei allenfalls andere Gruppen wie die Interventionistische Linke, der im Verfassungsschutzbericht eine taktische Einstellung zur Gewalt vorgeworfen wird. Bisweilen ist von gegenseitiger Abneigung zu hören. In Hamburg verließen am 20. September XR-Aktivisten eine Straßenblockade, nachdem andere Teilnehmer die Polizei beleidigt hatten. Seitdem ist die Gruppe in der linken Szene der Hansestadt unten durch.

Die inhaltlichen Ziele von Extinction Rebellion sind zwar reichlich knapp formuliert, aber dennoch deutlich. Sie fordern von der Bundesregierung unter anderem, den Klimanotstand auszurufen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2025 auf Netto-Null zu senken und eine per Losverfahren bestimmte Bürgerversammlung einzuberufen, die darüber berät, wie die Ziele erreicht werden können. Auffällig wurde die Gruppe in Deutschland etwa, als sich Aktivisten an Zäune vor dem Kanzleramt ketteten oder als sie am Montag die Parteizentrale der Linken in Berlin symbolisch besetzten.

Was hat Berlin in der Protestwoche zu erwarten?

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Mit genauen Informationen für die kommenden Aktionen in der Hauptstadt hält sich die Gruppe noch bedeckt. Klar ist bislang, dass ein Schiff namens "Arche Rebella" entlang der Spree anlegen wird ebenso wie eine Kundgebung auf dem Potsdamer Platz. Am 9. Oktober soll es eine Blockade auf der Marschall-Brücke nahe des Reichstags geben. Die genauen Punkte in Berlin wollen die Organisatoren noch nicht bekanntgeben. Die Schlagkraft der Aktionen wird letztlich davon abhängen, wie viele Aktivisten sich beteiligen und wie viele neuralgische Punkte der Hauptstadt tatsächlich lahmgelegt werden. Zur Vorbereitung auf die Blockaden organisiert Extinction Rebellion eigens sogenannte Aktionstrainings, um den zivilen Ungehorsam auf der Straße zu üben.

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Auch weitere Gruppen wollen sich beim Protest kommende Woche Extinction Rebellion anschließen. Unter anderem hat die "Hedonistische Internationale" eine Radtour ab dem Frankfurter Tor für 7 Uhr angekündigt - und Sternfahrten ab 6.30 Uhr von verschiedenen Orten zu diesem Treffpunkt. "Animal Rebellion" und "Extinction Rebellion Youth" sind ebenfalls mit Aktionen beteiligt.

Carola Rackete und weitere Prominente unterstützen den Aufruf

Eine prominente Unterstützerin hat die Bewegung schon vor ein paar Wochen gewonnen: Carola Rackete, ehemalige Schiffskapitänin der "Sea-Watch 3", hat sich nach ihrer Rettungsmission im Mittelmeer wieder dem Klima-Aktivismus verschrieben. Bei einer Podiumsdiskussion erklärte sie kürzlich, dass es einen dauerhafteren Streik brauche, um die Ziele zu erreichen. "Wir brauchen Protest, der die Regierung da trifft, wo es nervt", sagte Rackete.

Nun kommen auch weitere Prominente mit an Bord der Bewegung. Nach Angaben von Extinction Rebellion wollen unter anderem Christian Ulmen, Anna Loos, Bela B, Rocko Schamoni und Pheline Roggan die Bundesregierung auffordern, den Zielen der Klimarebellen zu folgen. Schauspielerin Roggan ("Soul Kitchen") hatte sich schon vergangene Woche als Unterstützerin der Gruppe per Video präsentiert. "Wenn ich an die Zukunft meiner Tochter denke, dann macht es mir einfach Angst", sagte sie. Sie seien in der Verantwortung, den nächsten Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen - deshalb rebelliere sie.

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