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Erneut Dutzende Tote und Verletzte nach Bombenanschlag in Afghanistan

  • Während der scheidende US-Präsident Donald Trump bis Mitte Januar weitere US-Truppen abziehen will, kommt Afghanistan nicht zur Ruhe.
  • Erneut gab es zwei Bombenexplosionen, bei denen mindestens 14 Menschen getötet worden sind.
  • Indes sagten die EU und mehrere Staaten dem kriegsgebeutelten Land finanzielle Unterstützung zu.
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Kabul. Bei zwei Bombenexplosionen in einer der ruhigsten Provinzen Afghanistans sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Bei dem Anschlag auf einem Basar der Stadt Bamian in der gleichnamigen Provinz seien 45 weitere Menschen verletzt worden, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke.

Die Taliban dementierten, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Das teilte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Er verurteilte den Angriff auf Zivilisten.

Bamian gilt als eine der ruhigsten und sichersten Provinzen im Land. Die militant-islamistischen Taliban, die in Afghanistan gegen die vom Westen gestützte Regierung kämpfen, sind in der beliebten Urlaubsregion in den vergangenen Jahren nicht mehr aktiv gewesen.

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EU und Co. sagen Afghanistan Milliardenbeträge zu

Der Anschlag erfolgte, während in Genf die Staatengemeinschaft bei einer Geberkonferenz über Finanzhilfen für Afghanistan entschied. Dort sagten die EU und mehrere Staaten Millionenbeträge für Afghanistan zu. An der von den Vereinten Nationen und Finnland ausgerichteten Veranstaltung nahmen am Dienstag Vertreter aus mehr als 70 Ländern teil.

19 Jahre nach dem Sturz der Taliban durch eine internationale Militärallianz haben die Islamisten wieder große Teile Afghanistans unter ihrer Kontrolle. Deborah Lyons, UN-Generalsekretär António Guterres’ Sonderbeauftragte für das Land, sagte: “Jetzt ist nicht die Zeit, fortzugehen.”

Die EU versprach Afghanistan 1,2 Milliarden Euro für einen Vier-Jahres-Zeitraum, machte aber wie auch andere Geldgeber zur Bedingung, dass Afghanistan der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Geschlechtergleichstellung verpflichtet bleibt.

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“Der künftige Weg Afghanistans muss die Fortschritte bei Demokratie und Menschenrechten seit 2001 bewahren, insbesondere bezüglich der Frauenrechte und Kinderrechte”, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

“Jeglicher Versuch, wieder ein islamisches Emirat zu errichten, hätte einen Einfluss auf unser politisches und finanzielles Engagement”, warnte er. Die afghanische Regierung führt derzeit Friedensgespräche mit den Taliban.

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Großbritannien, die Niederlande und Kanada sagten ebenfalls Hilfen im Wert von Hunderten Millionen Dollar zu.

Guterres lobt “ambitionierte Agenda für Entwicklung und Reform”

Guterres lobte Afghanistan für eine “ambitionierte Agenda für Entwicklung und Reform”. Die UN stünden dem afghanischen Volk auf dem Weg zu Frieden, Entwicklung und Eigenständigkeit bei, sagte er und äußerte die Hoffnung, dass die Zusagen der Geber zu “echtem Fortschritt und konkreten Verbesserungen für das Volk Afghanistans” führten.

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Der afghanische Präsident Aschraf Ghani sagte: “Ein neues Afghanistan ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden, und mit ihm ein vollständig neues Bündel an Erwartungen unserer Bürger.” Sein Land habe vom Ausland gelernt. “Das Hauptthema unserer Entwicklungsagenda ist, diese neuen Erwartungen zu erfüllen, indem wir angesichts beängstigender Herausforderungen so viel mehr mit so viel weniger machen”, sagte er.

Die statistischen Daten für Afghanistan zeichnen trotz jahrelanger Hilfe ein düsteres Bild. Die Armut hat während der Corona-Pandemie zugenommen und mehr als die Hälfte der Einwohner lebt von umgerechnet weniger als 96 Cent pro Tag.

RND/dpa/AP

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