Nach Explosion in Beirut: Premierminister Diab angeklagt

  • Vor mehr als vier Monaten sind bei einer Explosion im Hafen von Beirut mehr 190 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden.
  • Nun ist Anklage gegen den amtierenden Regierungschef Hassan Diab und drei frühere Minister erhoben worden.
  • Ob sie wirklich vor Gericht müssen, ist aber unklar.
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Beirut. Mehr als vier Monate nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hat ein libanesischer Ermittlungsrichter Anklage gegen den amtierenden Regierungschef Hassan Diab und drei frühere Minister erhoben.

Ihnen werde Fahrlässigkeit und Mitschuld an der großen Zahl der Opfer gegeben, hieß es am Donnerstag aus Justizkreisen in der Hauptstadt. Die vier Beschuldigten sollen nächste Woche zu den Vorwürfen befragt werden. Danach fällt die Entscheidung, ob sie vor Gericht müssen.

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Schwere Explosion in Beirut
0:54 min
Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Gesundheitsminister teilte mit, dass es sehr viele Verletzte gegeben habe.  © Reuters
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Explosion in Beirut tötete mehr als 190 Menschen

Bei der Explosion am 4. August waren mehr als 190 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden. Große Teile des Hafens sowie der umliegenden Wohngebiete wurden stark zerstört. Ausgelöst worden sein soll die gewaltige Detonation durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die über Jahre ungesichert im Hafen gelagert worden waren. Kritiker werfen der Regierung vor, davon gewusst, aber dennoch nichts dagegen unternommen zu haben.

Neben Diab wurde die Anklage auch gegen den früheren Finanzminister Ali Hassan Chalil sowie zwei ehemalige Minister für Öffentliche Arbeiten erhoben. Der Ministerpräsident und seine Regierung hatten kurz nach der Explosion ihren Rücktritt erklärt und sind nur noch geschäftsführend im Amt. Dem mit der Regierungsbildung beauftragten Politiker Saad Hariri ist es bislang wegen interner Machtkämpfe nicht gelungen, ein neues Kabinett zu bilden.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte und braucht dringend ausländische Hilfe. Die Corona-Pandemie und die Explosion haben die Lage weiter verschärft.

RND/dpa

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