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Gaslieferungen als Waffe

Experte: „Sprengstoff wurde bereits beim Bau der Pipeline angebracht“

Satellitenaufnahmen zeigen die Stelle, an der das Gas aus den Lecks in den Nord-Stream-Pipelines an der Meeresoberfläche ankommt.

Satellitenaufnahmen zeigen die Stelle, an der das Gas aus den Lecks in den Nord-Stream-Pipelines an der Meeresoberfläche ankommt.

Dass die gigantischen Lecks in den Pipelines von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 durch Sabotageakte verursacht wurden – darüber besteht im Westen kaum Zweifel. Geheimdienste sehen deutliche Zeichen für eine Urheberschaft Moskaus. Der Kreml wiederum beschuldigt die USA.

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Der ehemalige Chef des ukrainischen Gaskonzerns „Naftogaz“, Andrij Koboljew, erklärt in der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), warum aus seiner Sicht nur Russland hinter der Tat stecken kann. „Diese Pipelines in der Ostsee werden super überwacht. Es gibt viele in den Rohren eingebettete Sensoren, die es ermöglichen, den Gasfluss zu überwachen. [...]“, sagte er gegenüber der Zeitung. Bei der Fertigstellung der Pipeline hätten sich russische Militärschiffe genähert und Ausrüstung umgeladen. Dies sei aktenkundig. Bekannt sei laut Koboljew ebenso, dass diese Militärschiffe von der russischen Marine in Auftrag gegeben wurden, um Sabotageaktionen auf hoher See durchzuführen.

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Koboljew sagte der „SZ“ weiter, die Russen hätten den Sprengstoff bereits beim Bau der Pipeline angebracht. „In der letzten Bauphase von Nord Stream 2 waren bereits alle ausländischen Firmen und deren Schiffe sanktioniert“, so der ehemalige Chef des ukrainischen Gaskonzerns „Naftogaz“. Die Pipeline sei also allein von russischen Schiffen fertiggestellt worden. „Diese Produktionsschiffe wurden von russischen Kriegsschiffen eskortiert. Und fertiggestellt wurde die Pipeline genau an jener Stelle, an der sich jetzt die Explosion ereignete“, sagte er.

Zur Motivation des Kreml erklärt der Experte: „Gaslieferungen sind für Russland kein Geschäft. Sie sind eine Waffe, und Russland war immer schon bereit, diese Waffe einzusetzen, um Europa zu erpressen. Besonders die Deutschen wollten sich das nie eingestehen“, sagte er der Zeitung.

Fraeser kündigt Ermittlungsgruppe an

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte unterdessen eine gemeinsame Ermittlungsgruppe von Deutschland, Schweden und Dänemark zu den Explosionen an. „Wir wollen jetzt ein Joint Investigation Team bilden – eine gemeinsame Ermittlungsgruppe nach EU-Recht, in die alle drei Staaten Ermittler entsenden“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“.

Hier sollten Experten von Marine, Polizei und Nachrichtendiensten zusammenarbeiten. Faeser kündigte zudem Seekontrollen mit den Nachbarländern Polen, Dänemark und Schweden an. „Wir patrouillieren eng miteinander abgestimmt auf See. Wir zeigen die maximal mögliche Präsenz“, sagte sie. Dafür würden alle verfügbaren Schiffe der Bundespolizei eingesetzt.

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RND/stu/dpa

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