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  • Corona-Exit: Öffnung von Schulen mit großen Problemen verbunden

Exit: Schule darf nicht zur Corona-Party werden

  • Wenn die Schulen geschlossen sind, leiden vor allem die Kinder und Jugendlichen, die zu Hause nicht optimal gefördert werden können.
  • Gleichzeitig wäre eine Öffnung von Schulen im Corona-Zeitalter – auch dann, wenn die Virologen das Go für erste Schritte gäben – mit großen praktischen Problemen verbunden.
  • Wir müssen offen für ungewöhnliche Lösungen sein, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Wann können Kinder und Jugendliche wieder zu Schule gehen? Dies ist eine der Fragen, die viele Menschen im Land derzeit besonders stark umtreibt. Eltern, Schüler und auch Lehrer wüssten gern, woran sie sind. Es ist aber auch eine Frage, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

Inhaltlich gibt es gewichtige Argumente dafür, dass die Schulen zu den Institutionen gehören, die mit als erste wieder öffnen sollten. Möglich sind solche Schritte aber selbstverständlich nur – dies sei eindeutig vorab gestellt –, wenn die Daten zur Verbreitung des Coronavirus dies aus Sicht der medizinischen Experten zulassen.

Glückssache Bildung?

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Eine gewisse Priorität für die Schulen ergibt sich daraus, dass der Nachteil einer langen Schließung für die Kinder und Jugendlichen nicht zu unterschätzen ist. Eine verlässliche Infrastruktur und Kultur des digitalen Lernens gibt es noch nicht.

So lobenswert es auch ist, dass das Bildungsministerium vorübergehend die Schulcloud des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam für alle interessierten Schulen geöffnet hat, so klar ist doch auch: Ob und wie ein Kind oder Jugendlicher im Augenblick mit sinnvollen Aufgaben versorgt wird, ist eine Glückssache.

Genau das darf Bildung in einem Land wie Deutschland aber nicht sein.

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In dieser Situation leiden in erster Linie die Schüler, die zu Hause von ihren Eltern nicht optimal gefördert werden können. Das verschärft das Problem der in Deutschland ohnehin fehlenden Chancengerechtigkeit bei der Bildung weiter.

Das allein ist schon ein guter Grund dafür, die Schulen bei der Wiederöffnung nicht an die allerletzte Stelle zu setzen. Von den Eltern, die darunter leiden, im Homeoffice noch ganz nebenbei ihre Kinder zu betreuen, ganz zu schweigen.

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Eine Frage des Abstands

Doch zugleich gibt es auch ein Problem: Schulen sind ganz offensichtlich Orte, an denen es besonders schwierig ist, die notwendigen Restriktionen in Zeiten der Pandemie einzuhalten. Der typische Klassenraum ist nicht so groß, dass sich dort einfach so die geltenden Abstandsregeln einhalten ließen. Besonders junge Schüler werden diese Regeln womöglich noch nicht verstehen.

In der pubertären Trotzphase wird sich manch Älterer vielleicht sorglos darüber hinwegsetzen. Die Wiedereröffnung der Schulen darf nicht, wenn man es mal zugespitzt ausdrückt, zur Corona-Party werden.

Bildung ist wichtig, Gesundheit ist wichtiger.

In der Sache genießt die Öffnung der Schulen also einen hohen Stellenwert. Praktisch sind die Hürden aber höher, als wenn es darum geht, wieder durch mehr Geschäfte geordnet Kunden durchzuschleusen. Wie viele Lehrer sind eigentlich übrig, wenn alle, die einer Risikogruppe angehören – also auch die Älteren – zu Hause bleiben? Was kann und muss der Staat an Schutzmitteln beschaffen? Was lässt sich auf die Schnelle gegen den oft jämmerlichen Zustand der sanitären Einrichtungen tun?

Das alles macht deutlich: Die schrittweise Öffnung von Schulen kann bestenfalls gelingen, wenn alle Beteiligten in hohem Maß zu Out-of-the-box-Denken bereit sind: also dazu, sich auch mal auf Lösungen einzulassen, die bislang unvorstellbar schienen.

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Unterricht im Schichtbetrieb

Dass nicht alle gleichzeitig in die Schulen zurückkommen können, ist ohnehin klar. Die Empfehlungen der Forschergruppe der Nationalakademie Leopoldina, Abschlussklassen bevorzugt zurückzuholen, erscheint sinnvoll. Und: Warum sollten an Gymnasien und Gesamtschulen Lehrer nicht auch mal im Schichtbetrieb unterrichten? Was spräche dagegen, dass die Jüngeren Schüler früh kommen, die der Oberstufe aber erst am späten Nachmittag oder sogar abends?

Auf diese Weise ließen sich die Schüler in kleineren Gruppen in Klassenräumen platzieren als sonst. Falls es dabei sogar gelänge, den Einzelnen stärker individuell mit Aufgaben zu versorgen als im üblichen Schulbetrieb, ließe sich daraus vielleicht sogar etwas für die Zukunft lernen.

Schulen, die nach Corona besser sind als vorher, sind ein erstrebenswertes Ziel. Das unterstreicht auch der Blick auf die zuletzt ernüchternden Ergebnisse, die Deutschland in der Pisa-Studie und anderen Bildungsvergleichen erzielt hat. Nutzen wir die Krise als Chance zu prüfen, wo unsere Schulen besser werden können.

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