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Ex-Unterhaussprecher Bercow rechnet mit Johnson ab und wechselt zu Labour

  • Lange Zeit war er der Vorsitzende im britischen Unterhaus.
  • Mit seinem breiten Ausruf „Order“ lenkte er so manche Brexit-Debatte durch das Parlament.
  • Jetzt kehrt John Bercow den Konservativen wegen Boris Johnson den Rücken zu - und wechselt in die Opposition.
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London. Der frühere britische Unterhausvorsitzende John Bercow hat die regierenden Konservativen verlassen und ist der oppositionellen Labour-Partei beigetreten. Die Konservativen seien unter Premierminister Boris Johnson zu einer reaktionären, populistischen, nationalistischen und bisweilen sogar fremdenfeindlichen Partei geworden, sagte Bercow dem „Observer“. „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Regierung ersetzt werden muss“, sagte er. „Die Labour-Partei ist das einzige Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.“

Zehn Jahre Parlamentsvorsitzender

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Bercow war zwölf Jahre Abgeordneter der Konservativen, bevor er 2009 Parlamentsvorsitzender wurde. Auf dem Posten mit der offiziellen Bezeichnung Sprecher des Unterhauses war er zu Neutralität verpflichtet und profilierte sich mit auffälligen Krawatten und lautstarken Ordnungsrufen, die sein Markenzeichen wurden. Nach dem Brexit-Referendum erlaubte Bercow es den Abgeordneten, Gesetzesvorstöße der Regierung zum EU-Austritt des Landes zu entschärfen. Das machte ihn zum Helden der Brexit-Gegner und brachte Johnson und dessen Vorgängerin Theresa May auf die Palme. 2019 trat Bercow zurück.

Justizminister Robert Buckland wies die Kritik Bercows an den Konservativen zurück und warf ihm vor, seine Neutralität aufgegeben zu haben. Das schwäche Bercows Stimmgewalt in der Politik.

RND/AP

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