Ex-Stabschef John Kelly kritisiert Trumps Umgang mit Protesten

  • Jetzt äußert auch Trumps ehemaliger Stabschef Kritik am Umgang des Präsidenten mit den Protesten in den USA.
  • John Kelly stellt sich damit hinter den ehemaligen US-Außenminister James Mattis.
  • Kelly sagte in einem Interview, er “denke, wir müssen uns genauer ansehen, wen wir wählen.”
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Washington. Nach Ex-Verteidigungsminister James Mattis hat auch der frühere Chef des Stabes im Weißen Haus, John Kelly, Kritik am Umgang von US-Präsident Donald Trump mit den Protesten in den USA geübt. Ex-General Kelly sagte dem früheren Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci in einem Livestream-Interview am Freitag mit Blick auf Mattis' Kritik: "Ich stimme mit ihm überein." Mattis hatte sich am Mittwoch in einer seltenen und drastischen Wortmeldung hinter die friedlichen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gestellt und Trump als Spalter kritisiert.

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Das Video des Vorfalls in Buffalo im US-Bundesstaat New York ging um die Welt und sorgte für Empörung.  © Reuters

“Genau ansehen, wen wir wählen”

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Mattis - auch er ein früherer General - schrieb in einem Beitrag für das Magazin “The Atlantic”: “Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung.” Kelly sagte am Freitag: “Ich denke, wir müssen uns genauer ansehen, wen wir wählen.” Dabei müsse es um charakterliche und ethische Eigenschaften gehen. Kelly sagte außerdem, er als Stabschef hätte Trump davon abgeraten, Sicherheitskräfte am Montagabend gegen friedliche Demonstranten vor dem Weißen Haus vorgehen zu lassen. “Ich würde argumentieren, dass das Endergebnis davon absehbar war.”

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Trumps Regierung hatte einen Platz vor dem Weißen Haus am Montagabend gewaltsam von Demonstranten räumen lassen. Dabei wurde auch die Militärpolizei eingesetzt. Zeitgleich hatte Trump im Weißen Haus eine Ansprache gehalten, in der er mit dem Einsatz des Militärs wegen der landesweiten Proteste infolge von Floyds Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz drohte. Unmittelbar danach war Trump mit einem Gefolge für einen Fototermin zu einer Kirche an dem geräumten Platz gegangen und hatte mit einer Bibel in der Hand für die Kameras posiert. Trumps Vorgehen war auf scharfe Kritik gestoßen.

RND/dpa

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