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Kremlkritiker mit eindringlicher Warnung

Russlands Ex-Regierungschef: Ukraine muss gewinnen, sonst „sind die baltischen Staaten als Nächstes dran“

Ein Militärlastwagen mit dem Buchstaben „Z“, der zum Symbol des russischen Militärs geworden ist, fährt an einem russischen Soldaten vorbei, der in der Nähe eines symbolischen Metallurgen-Denkmals im sowjetischen Stil in Mariupol steht. (Symbolbild)

Der ehemalige russische Ministerpräsident Michail Kasjanow warnt vor einer Ausweitung des Krieges, sollte die Ukraine gegen Russland verlieren. „Wenn die Ukraine fällt, sind die baltischen Staaten als Nächstes dran“, sagte der heutige Oppositionelle in einem Videointerview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dennoch dürfe der Westen Russlands Präsidenten Wladimir Putin keine Zugeständnisse machen, forderte der frühere Spitzenpolitiker.

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Dementsprechend lehne Kasjanow Äußerungen wie von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, Putin dürfe nicht „gedemütigt“ werden, „kategorisch“ ab. Ähnlich sehe er Forderungen nach Gebietsabtretungen der Ukraine, um einen Frieden zu ermöglichen. „Was hat Putin getan, um das zu verdienen?“, fragte er im AFP-Interview. „Ich halte das für falsch und hoffe, dass der Westen nicht diesen Weg beschreiten wird.“

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Laut Kasjanow sei davon auszugehen, dass Putin bald durch einen von den Geheimdiensten ausgewählten und kontrollierten „Quasi-Nachfolger“ ersetzt werde. Der Oppositionelle zeigte sich sicher, „dass Russland auf den Weg hin zum Aufbau eines demokratischen Staates zurückkehren wird“ – auch wenn dies „insbesondere nach diesem kriminellen Krieg schwierig“ sei. Der Krieg gegen die Ukraine werde seinen Angaben zufolge bis zu zwei Jahre andauern.

Kasjanow: Putins System basiert auf Angst und Straflosigkeit

Nach dieser „Tragödie“ werde sich die russische Opposition aber vereinen, daran habe er „keinen Zweifel“, so Kasjanow. Es müsse das Vertrauen der europäischen Staaten wiederhergestellt werden, die „natürliche Partner“ Russlands seien. Dieser Prozess und die „Ent-Putinisierung“ des Landes werde aber gut ein Jahrzehnt dauern, prognostizierte der Kremlkritiker.

Der Grund: Putin habe in den vergangenen 20 Jahren ein auf Angst und Straflosigkeit basierendes System errichtet. „Dies sind die Errungenschaften eines Systems, das mit der Unterstützung Putins als Staatschef in einer noch zynischeren, brutaleren Weise vorgeht, als es im Endstadium der Sowjetunion der Fall war“, so Kasjanow. Russland sei „ein KGB-System, das auf kompletter Rechtslosigkeit basiert“.

Der heute 64-jährige Michail Kasjanow war von 2000 bis 2004 Ministerpräsident unter Wladimir Putin. Nach seiner Entlassung wurde er zum Oppositionellen und entwickelte sich zu einem der prominentesten Kremlkritiker – er leitet die russische Oppositionspartei Parnas. Zudem gilt er als enger Verbündeter des 2015 in Moskau ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Kasjanow ging nach eigenen Worten als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine ins Exil nach Europa.

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RND/sic

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