Ex-Premier Cameron über Brexit: “Wir sitzen in der Klemme”

  • Er ist nicht ganz unschuldig am Brexit-Votum.
  • Nach seinem Abgang hat er lange geschwiegen.
  • Doch nun kritisiert der frühere Premierminister David Cameron den Kurs seines Nach-Nachfolgers Boris Johnson.
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London. David Cameron hält ein zweites Brexit-Referendum nicht für ausgeschlossen. Das sagte der frühere britische Premierminister in einem Interview der "Times". "Ich glaube, man kann es nicht ausschließen, weil wir in der Klemme sitzen", sagte Cameron. Gleichzeitig kritisierte Cameron das Vorgehen des aktuellen Regierungschefs Boris Johnson.

Er unterstütze weder die von Johnson auferlegte Zwangspause des Parlaments noch den Fraktions-Rauswurf von 21 Tory-Abgeordneten, die gegen die Regierung gestimmt hatten. Beides sei "nach hinten losgegangen". Auch ein EU-Austritt ohne Abkommen, wie von Johnson angedroht, sei keine gute Idee, so Cameron.

Cameron war nach dem Brexit-Votum der Briten im Jahr 2016 zurückgetreten. Er hatte das Referendum unter anderem abgehalten, um seine Position in der Konservativen Partei gegen die EU-Kritiker zu festigen. Cameron hatte für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben, unterlag aber knapp den Befürwortern eines Austritts, zu deren Wortführern Johnson gehörte. In der kommenden Woche will Cameron seine Memoiren mit dem Titel "For the Record" (Zur Mitschrift) veröffentlichen.

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RND/dpa