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Ex-Parteichef Strache bietet Comeback an - FPÖ ist wenig begeistert

  • Ibiza-Skandal, Spesenaffäre, Wahldebakel: Der frühere Parteichef Heinz-Christian Strache hat bei der FPÖ viel verbrannte Erde hinterlassen.
  • Und obwohl er suspendiert ist, will er nun als Wiener Parteichef auf die politische Bühne zurückkehren.
  • Die FPÖ hält von dieser Idee wenig.
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Wien/Berlin. Der über das Ibiza-Video gestolperte und suspendierte Ex-Parteichef der FPÖ, Heinz-Christian Strache, hat der rechtspopulistischen Partei ein Comeback als Wiener Parteichef angeboten. „Ich biete der FPÖ die Aufhebung meiner Suspendierung (diese war eine nicht freiheitliche Vorverurteilung), die Rücknahme des Parteiausschlusses meiner Frau Philippa und Rückkehr als Wiener Parteichef an“, schrieb er auf Facebook.

Außerdem forderte er eine entsprechende Entscheidung der Parteibasis beim kommenden Landesparteitag. „Machen wir eine demokratische Basisabstimmung, wer die FPÖ in die Zukunft und Wiener Wahl 2020 führen soll!“, heißt es weiter.

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Zunächst hatte er laut der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ sogar eine Rückkehr als Chef der gesamten Partei angeboten. Dann habe Strache seinen Kommentar mehrmals bearbeitet, schreibt das Medium. Der ehemalige Vizekanzler hatte sich Anfang Oktober aus der Politik zurückgezogen und war zudem von der FPÖ suspendiert worden.

FPÖ kann Straches Aussagen „nicht nachvollziehen“

Die FPÖ reagierte mit Unverständnis auf Straches Vorstoß. Landesparteisekretär Michael Stumpf sagte der österreichischen „Kronenzeitung“ zufolge, die Wiener FPÖ könne die Aussagen ihres ehemaligen Obmanns „nicht nachvollziehen“. „Ein suspendiertes Mitglied kann sich allein statuarisch nicht am Landesparteitag als Kandidat für die Obmannschaft aufstellen.“

Ähnlich äußerte sich demnach FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker: „Strache ist aus vielen Ämtern freiwillig zurückgetreten, und jetzt setzte er so ein Posting ab. Ich würde ihm raten, in Selbstreflexion einzutauchen“, zitiert ihn die „Kronenzeitung“.

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Und spöttisch reagierte der Ex-EU-Mandatar Andreas Mölzer (FPÖ). Jeder männliche Katholik könne Papst werden, also wünschen könne man sich allerhand, soll Mölzer dem Sender Puls 24 gesagt haben. Dem „Kurier“ zufolge schließt die FPÖ nun auch einen endgültigen Parteiausschluss Straches nicht aus.

Ibiza-Skandal und Spesenaffäre endeten in Wahldebakel

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Der 50-Jährige war über das von „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ veröffentlichte Ibiza-Video gestolpert. Darin hatte er sich anfällig für Korruption gezeigt. Daraufhin war die rechtskonservative Regierung unter dem damaligen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zerbrochen.

In den Wahlen im September war die FPÖ mit einem Minus von rund 10 Prozent der Stimmen abgestraft worden. Kurz vor der Wahl hatte zudem eine Spesenaffäre um Strache und seine Frau Philippa die Partei zusätzlich belastet. Viele machten den früheren Parteichef für den Absturz der FPÖ verantwortlich.

RND/cz